Archiv für ‘Heimatkunde’
Schlossberglinden in Pirna erhalten
Die Bürgerinitiative “Lebenswertes Pirna” hat vor kurzem eine Internetseite online gestellt um auf den seitens der Stadt Pirna angedachten Kahlschlags der Lindenallee am Schlossberg hinzuweisen. Auf schlossberglinden-pirna.de gibt es in schlichtem Gewand Informationen und Material zum Thema, und auch eine Presseschau ist eingerichtet. Noch scheint die Seite ganz frisch, d.h. etwas Inhalt könnte sie noch vertragen. Aber zumindest schon mal schön als Gegner der städtischen Abholzmaßnahme jetzt einen Anlaufpunkt im Netz zu haben.
MdK – FdV – whatever man…
Heute Nachmittag mal über den Markt der Kulturen geschlendert. Die übliche Melange aus schwarzen Trommlern, Döneria Musik von der Bühne und multikulti Tand aus allen Teilen der Welt. Wie jedes Jahr halt. Aber ich will ja gar nicht meckern. Wenigstens einmal im Jahr dürfen sich Menschen mit der “falschen” Hautfarbe frei und völlig unbekümmert in Pirnas Innenstadt bewegen. Sonst ist das glaube ich nicht immer so möglich.
Einen feinen Humor zeigte der Mensch bei der Stadtverwaltung der für die Stand-Standortverteilung zuständig war. So musste ich kurz schmunzeln die Pirnaer Vereinigung der Schwulen und Lesben PIRls direkt neben der Evangelischen Allianz zu sehen. Die hatten sich nicht viel zu sagen wie es scheint.

Der CDU-Stand im dieses Jahr etwas abseits des großen Trubels angesiedelten Parteien-Zoos fand sich direkt zwischen der Linken und der SPD wieder. Euch sehr witzig.
Sehr erfreulich für mich war auch die PIRATEN dort anzutreffen. Nett geplaudert mit denen. Die wollen, sobald die noch ein paar Leute zusammengekriegt haben, eine offizielle Gruppierung in Pirna gründen. Wünsche ich viel Erfolg bei diesem Vorhaben!

Irrgarten am Rande der geistigen Gesundheit
Hiermit möchte ich auf das Erstlingswerk der Band “On The Verge Of Sanity” hinweisen. Nach anderthalb Jahren musikalischen Schaffens wurde heute die EP namens “Maze” veröffentlicht.
Die Aufnahmen sind als durchaus gelungen zu betrachten. Qualitativ und inhaltlich bieten die fünf Stücke feinste Kost die mensch einer Band aus dem verkackten Pirna gar nicht zutrauen mag. Wer sich von dem mausgrauen Cover nicht abschrecken lässt wird von den durchaus kraftvollen Stücken positiv überrascht werden.
Das Beste an der ganzen Sache ist zudem die Tatsache, dass man sich den kompletten Silberling komplett von der Bandwebsite runterladen kann. Beide Daumen hoch für die Entscheidung der Gruppe die EP unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen.
Heute Abend findet in den Räumen des UNIWERK zudem stilecht eine Recordreleaseparty im Rahmen des ersten noName Festival statt. Die Bude wird sicherlich gut gefüllt sein, denn die Band hat sich schon eine treue Anhängerschaft erspielt. Ich werde mich dann natürlich auch irgendwo vor der Bühne rumtreiben… ;-]
Das Cafè Bohemia …
… hat ab Ostern nur noch unregelmäßig geschlossen. Hier der Lichtbildbeweis.
Ich freu mich schon auf das gute Wetter und den leckeren Tee. Fräulein Bohemia, ich hoffe ihre Pfefferminzpflanze hat den Winter gut überstanden.
Pirna rockt
YouTube ist ja eine feine Sache. Man findet dort den wildesten Scheiß. Ich habe mich mal auf die Suche gemacht nach Videos die irgendwas mit “Pirna” zu tun haben. Und ich bin fündig geworden.
So kam mir zum Beispiel eine Gruppe junger Menschen unter, die frei nach dem Motto “Bomben über Birna – Nie wieder Bartwuchs” am hellerlichten Tage eine Zilvesterrakete in den Himmel schicken. Oder diese Suffi-Gang vom Friedenspark, die lautstark ausdiskutiert wie lang man schon keinen alkoholfreien Tag eingelegt hat und ob Socken zum Geburtstag ein geeignetes Geschenk darstellen. Stichwort fremdschämen auch hier: DJ David vom WLAN-Pirna Radio singt. Ich glaube das sind solche Leute die sich dann bei RTL vor die Jury stellen und von Bohlen (zu recht) runtergemacht werden. Allerliebst hingegen diese beiden “rüschtüsch geilen” Mädels, die in einem eigenhändig zusammengeschnippselten Video erst alle Freunde und Verwandte grüßen und sich dann von verschiedensten Plätzen der Stadt zu Wort melden. Mein absoluter Favorit in dieser Zusammenstellung ist dieses spektakuläre Video wo mit einer Simme eine Bratwurst überfahren wird. Die kindliche Freude des Kameramannes ist einfach wunderbar. Ich sag es ja immer wieder: es sind die kleinen Dinge im Leben.
Die “Ode an die mächtige Dose”, gefilmt im Zollhof, zeigt auf erschreckende Art die Gefahren von Drogen. Anders kann ich mir die Entstehung des Filmchens nämlich nicht erklären. Inwieweit Drogen bei der “Breakdanze Omi” mit im Spiel waren vermag ich nicht zu beurteilen. Einen spannenden Fund habe ich mit dem Teaser und Teil 1 von 3 des Trailers zu One Week gemacht. Das ist ein Zombifilm an dem wohl gerade gearbeitet wird. Er soll noch 2010 rauskommen, ich zumindest bin da sehr gespannt. Musikalisch wird es bei den PfandPirRatten, und hier wird gezeigt dass die Mischung aus Alkohol und einem Besen meistens nach hinten losgeht. Geradewegs nach vorne geht es hier in der Werbung für die Kauflandapotheke los. Sehr witzig, hehe. Mit tatüü und tataa geht es dann schließlich mit der Feuerwehr einmal durch die Stadt. Auch mal eine interessante Perspektive.
Das letzte Video wollte ich erst nicht verlinken, tue es aber hiermit trotzdem. Zeigt es doch wunderbar die sagenhafte Blödheit einiger Menschen auf, die sich weidlich daran ergötzen einen Behinderten zu verarschen. Es darf gelacht werden, selbstredend über die Leute hinter der Kamera.
Eins dann doch noch als Zugabe: ein gar trefflicher Kommentar zum Stadtfest in Pirna.
Touristische Heimaterschließung
Heute mal ganz spontan auf die Bastei gefahren und runtergeklotzt. Und Fotos gemacht. Wegen Panorama bloggen, dacht ich mir.
Rückzugs feststellen müssen: im Kaufland gibt es keine Tischtennisbälle. Im Baumarkt auch nicht.
Also hier nun das nicht wirklich gelungene Panoramabild. Miese Handyknipse und das widerspenstige Geländer rechts sind Schuld. Anklicken um zur ziemlich großen Vollansicht zu gelangen:
Die Sagen von den Zwergen im Cottaer Spitzberg
v. Burchardi in Poenicke, Album der Schlösser und Ritterburgen im Königreich Sachsen. Meißner Kreis. H. II. S. 23
Das früher den Burggrafen von Dohna gehörige Rittergut Cotta liegt am südöstlichen Rande der sächsischen Schweiz an einem Kalkmergelberge mit Basaltspitze an der nach Teplitz führenden Chaussee 1¼ Stunden von Pirna entfernt. Dieser sogenannte Cottaer Spitzberg, von dem man eine reizende Aussicht genießt, überragt den Ort selbst noch um 401 Fuß, und in diesem sollen noch heute einige Zwerge, sogenannte Querkse, hausen, die einzigen Ueberreste eines ganzen Volkes von gutmüthigen kleinen Wesen, die sowohl hier als im nahen Zwergloch des Hennersdorfer Wasserfalls wohnten. Einst hatte ein junges Mädchen, welcher einer derselben aus Liebe die Wohnung seiner Genossen am Wasserfalle gezeigt hatte, das Geheimniß in der Beichte verrathen, und in Folge dessen mußten alle fortziehen, worauf auch ihre Brüder aus dem Spitzberge sich ihnen anschlossen, mit Ausnahme der wenigen, welche zur Bewachung des großen im Spitzberge liegenden Schatzes zurückblieben. An einem düstern Novembermorgen, während ein dichter Nebel über der Erde lag, hörte man das Trippeln einer unzähligen Menge von kleinen Füßen, welche den Kirchweg herunter durch das Rottwernsdorfer Thal nach Pirna zogen und sich dort über die Elbe setzen ließen. Der Fährmann, der wegen des Nebels nicht sehen konnte, verlangte, als man ihm das „Hol’ über“ zurief, für jede Person einen Pfennig Fährgeld, und als er die kleinen Wesen übergesetzt hatte, da fand er soviele Pfennige in seinem Kahne, daß er sie nicht zählen konnte, sondern mit der Metze messen mußte und dadurch ein reicher Mann ward. Das Mädchen aber, welches das Geheimniß verrathen hatte, starb bald nachher an gebrochenem Herzen, doch Niemand weiß, ob jene einst, wie sie versprochen, wieder kommen werden, und dann der Bergbau im nahen Städtchen Berggießhübel wieder aufleben wird. Der Eingang zu der noch jetzt von den zurückgebliebenen Querksen bewohnten Höhle des Cottaer Berges ist nur alle 9 Jahre, wenn das umstehende Laubholz geschlagen ist, eine kurze Zeit und auch dann nur in beträchtlicher Entfernung vom Berge auf der südlichen Seite sichtbar, kommt man aber in die Nähe der wahrgenommenen Stelle, so ist die Oeffnung so mit Steinen versetzt, daß man irre wird und sie nicht wieder finden kann. Im Jahre soll aber die Höhle einen Tag lang für Jedermann offen stehen. Schade nur, daß Niemand weiß, wenn der Tag fällt.
Einst war eine Frau oben am Berge grasen, als gerade die Mittagssonne gewaltig heiß schien, so daß die Frau in das Gehölz ging, um etwas auszuruhen; da befand sie sich plötzlich vor einer offenstehenden Höhle, in welcher längs der Wände Bänke und in deren Mitte eine Tafel stand. Auf eine dieser Bänke setzte sie sich nieder, nahm aber dabei ihre Haube ab; nach einiger Zeit ging sie jedoch wieder an ihre Arbeit, vergaß aber ihre Haube mitzunehmen, und erst auf dem Heimwege dachte sie daran; sie kehrte zwar sogleich zurück, allein sie fand keine Höhle mehr und mußte ohne Haube nach Hause gehen. Da sie sich jedoch den Tag gemerkt hatte, wo ihr dies geschehen war, so kehrte sie das nächste Jahr an demselben Tage wieder an jenen Ort zurück, fand die Höhle offen, und auf demselben Orte, wo sie die Haube hingelegt hatte, da lag sie auch jetzt noch.
Ein anderes Mal ging eine Frau um Gras zu holen auf den Berg und nahm ihr kleines Kind mit, weil sie Niemand hatte, der es warten konnte. Auch sie fand die Höhle offen und darin eine Anzahl kleiner Männchen, welche sie bat, das Kind, während sie grase, in Obacht zu nehmen. Dies thaten diese auch, und als die Frau fertig war, gaben sie ihr ihr Kind zurück und außerdem eine Semmel, die sie, als sie nach Hause kam, in Gold verwandelt fand.
Einst ging eine arme Frau, die sich in schwerer Noth befand, auf den Cottaer Spitzberg, da trat aus dem Gebüsch ein kleines Männchen auf sie zu und drückte ihr ein Päcktchen in die Hand, welches sie aber vor Schrecken in die nahe dabei liegenden Steine schleuderte, später besann sie sich aber eines Bessern, kehrte zurück, fand zwar das Päcktchen nicht mehr, wohl aber unter den Steinen einige alte Silbermünzen.
Noch jüngst (1854) lebte in Cotta ein Mann, der behauptete, er sei als Knabe mit einem Schulkameraden auf dem Berge herumgeklettert und habe sich plötzlich vor der offenstehenden Höhle befunden; sie wagten aber nicht einzutreten, sondern liefen entsetzt den Berg hinunter, und konnten späterhin, trotz alles Suchens, die Stelle nicht wiederfinden.
Ebenso sah man in einer dunkeln Nacht drei Zwerge mit langen weißen Bärten in dem lange Zeit unbewohnten, nach der Abendseite gelegenen Eckzimmer des Cottaer Herrenhauses sitzen und bei dem in das Gemach fallenden Mondenlicht in einem großen Buche lesen. Vielleicht haben die öfters am Cottaer Berge gefundenen Bracteaten (oder Hohlmünzen) mit der darauf befindlichen Abbildung eines Mannes in sitzender Stellung und sehr dickem Kopfe Gelegenheit zu der Sage von den Schätze bewachenden Zwergen gegeben.
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 150-153
Quelle: Wikisource
13.2.10 – Nazidemo in Dresden blockieren – Eine Zusammenfassung
Grundsätzlich hab ich mich ja hier schon zu der am Sonnabend in Dresden stattfindenden Nazidemo geäußert. Hiermit nun eine kleine Zusammenfassung mit den aktuellen Entwicklungen und ein paar Tipps um den Tag gut zu überstehen.
- laut Oberverwaltungsgericht Bautzen sammeln sich die Nazis nun vor dem Neustädter Bahnhof
- die Nazis dürfen nun auch marschieren, eine Route steht aber wohl noch nicht fest
- wie es scheint werden alle Gegenveranstaltungen auf die andere Elbseite in die Altstadt verbannt
- deswegen gleich die Neustädter Seite anvisieren, alles was in der Altstadt aufschlägt wird auch dort bleiben (die Cops riegeln einfach die Brücken ab)
- ein Infotelefon ist erreichbar unter 01801 / 0121323585 (Ortstarif)
- Ermittlungsausschuss (falls ihr Festnahmen mitbekommt oder sonst Stress mit der Staatsmacht hattet) unter 0351 / 89 960 456
- Handyticker (sehr praktische Sache!) ist abrufbar via http://ticker.hopto.org
- Aktionsradio ganztätgig auf 98,4 und 99,3 Mhz
Ansonsten bleibt noch zu sagen: warm anziehen! Und vielleicht vorher mal einen Blick auf die Karte werfen. Ortskenntnisse sind immer gut.
Weitere (u.U. aktuellere) Infos bei Dresden Nazifrei.
Ich wünsche uns dann mal viel Spaß und maximale Erfolge :-]
On The Verge Of Sanity – neue Website
Die fabelhafte Band On The Verge Of Sanity (ehedem als ¡Jam! bekannt) hat seit heute eine neue, eigene Präsenz im Netz. Auf der schicken, in Monochrom gehaltenen Seite findet sich der übliche Kram wie Bilder, Videos und Tourtermine. In einer eigenen Newsabteilung wird man über die Geschehnisse in und um die Band auf dem laufenden gehalten. Und selbstverständlich kann man in die Musik reinhören. Momentan gibt es leider nur kurze Stückelchen der Lieder. Aber das ist Taktik, so sollen die Leute von der Mucke angefixt werden auf dass sie immer wieder die Seite besuchen und die bald erscheinende CD kaufen.
Ich wünsche der Band hiermit auf ihrem Weg alles Gute und viel Erfolg. Vielleicht ist die neue Seite der erste Schritt zu Weltruhm und viehisch viel Kohle und so… ;)
Immer locker bleiben, sag ich
Die Tschechei hat ja seit dem 1. Janur das liberalste Drogengesetz Europas. Diesem Umstand Rechnung tragend wollte ich einen Artikel schreiben um unseren Nachbarn zu gratulieren. Aber statt mir hier groß Arbeit zu machen verweise ich lieber auf diesen gutgeschriebenen Artikel bei cafebabel. Da stehen die wichtigsten Eckdaten drin und ein Barbesitzer aus Aussig kommt auch zu Wort.


