Archiv für ‘Allgemein’

Freiheit, Freiheit über alles…

Ein inzwischen sehr ausgelatschtes Thema. Allerdings gibts Gelegenheiten, wo mensch dem Ganzen durchaus noch neue Facetten abgewinnen kann. Wie z.B. in diesem Interview mit der (übrigens sehr guten) Schriftstellerin Juli Zeh, deren ursprüngliche Herkunft aus der Juristerei durchaus interessante Perspektiven eröffnet.

Juli Zeh bei Peter Voß

P.S.: Bringt ein wenig Zeit mit: das Interview dauert etwa 45 Minuten

P.S.: IMO brauchen wir mehr solcher “Intellektueller”, wie Juli Zeh (Richard David Precht ist auch so ein Kandidat), die tatsächlich mal Standpunkte in den öffentlichen Diskurs einbringen.

Geschrieben von noNsense

am 15. Juli 2010

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Die Cannabeat ist tot

Dieser Umstand wurde heute in der SZ auf immerhin 3 Zeilen und mit 38 Wörtern verkündet. Unter dem Motto “Was Neues soll her” ist ab der zweiten Jahreshälfte eine frische Veranstaltungsreihe geplant.

Dieses Jahr gab es noch keine reguläre Cannabeat, und es ist auch erstmal keine mehr angesetzt. Also scheint es die Macher haben das Ding schon begraben. Ob es jetzt am demographischen Wandel und dem damit einhergehenden Besucherrückgang liegt, oder es andere Gründe gibt, gilt es noch herauszufinden. Ich werd mich mal umhorchen, und so es was spannendes zu berichten gibt ebendies tun.

Geschrieben von mortek

am 15. April 2010

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Veröffentlicht in Allgemein,Das Tagebuch

Invertiert-graphischkalkulierte Namensanzeige


Das kommt dabei heraus wenn man sich die Phrase “mortek de” mittels des Inverse Graphing Calculator in eine Gleichung umwandeln lässt. Wieder mal eine total sinnfreie Sache, macht sich aber rein optisch recht gut auf der Seite. Von daher…

Geschrieben von mortek

am 12. März 2010

Kino der 10er Jahre

Tja, was nun folgt ist die logische Konsequenz der Alben-des-Jahrzehnts-Liste: die Filme, die mich am meisten von 2000-2009 umgehauen haben.
Die Reihenfolge ist zufällig:

Children Of Men (2006)

Durchaus mehr im Action-Genre verortet, kommt dieser Film von Regisseur Alfonso Cuarón sehr schwermütig daher. Die Bevölkerung der Erde kann sich nicht mehr fortpflanzen. Die jüngsten Menschen werden gefeiert wie Stars. Die Lage ist hoffnungslos. Von der Regierung werden schon Selbstmord-Pakete verteilt.
Doch es scheint einen Hoffnungsschimmer zu geben…

Juno (2007)

Gespielt von Ellen Page erwacht der Charakter Juno zum Leben und zeigt sehr authentisch wie ein minderjähriges Mädchen mit dem “Problem” einer unerwarteten Schwangerschaft umgeht.
Ein sehr lebensfroher Film, der sich v.a. durch seinen teilweise sehr dunklen Humor auszeichnet.

Survive Style (2004)

Ein Monstrum von Film, der sogar für sein Herkunftsland Japan sehr ungewöhnlich ist. Atemberaubende Bilder, die in ihrer Farbenpracht fast blenden und collagenhaft aneinandergereihte Story-Fetzen, die jedes Genre mal kurz streifen, lassen einen begeistert aber dennoch ratlos zurück.

Lady Vengeance (2005)

Der dritte Teil der Rache-Trilogie des koreanischen Regisseurs Chan-Wook Park treibt die Ingredenzien der ersten zwei Teile auf die Spitze. Bilderflut, Brutalität und ein mächtiger Soundtrack umrahmen die Geschichte der Rache einer Frau.

V wie Vendetta (2005)

Eines meiner “Guilty Pleasures”. Eine Comic-Verfilmung der Wachowski-Brüder, die sich zuvor der Erschaffung und schließlich auch Zerstörung der Matrix-Filme schuldig gemacht haben. Dieser Film hier allerdings glänzt durch seine eindringliche und aufbrausende Machart. Zusammen mit Natalie Portman in der Hauptrolle, einer kontroversen Story und (einmal mehr) einem packenden Soundtrack, zieht er mich jedesmal ins einen Bann.

28 Days Later (2002)

Der Horror-Streifen, der das Zombie-Genre revolutionären sollte (okay, ja, technisch gesehen sind das keine Zombies) und mit seiner Atmosphäre, die einem ein völlig aufgegebenes Großbritannien sehr realistisch nahe bringt.
Vor allem die Szene, wenn am Anfang die Hauptperson durch ein menschenleeres London läuft, untermalt mit einem Track der Post-Rock-Band “Godspeed You, Black Emperor”, hinterlässt einen starken Eindruck.

Eternal Sunshine Of The Spotless Mind (2004)

In Deutschland unter dem unglaublich dämlichen Titel “Vergissmeinnicht” erschienen, markiert der Film die Fortsetzung einer Freundschaft zwischen dem sehr visuellen Regisseur Michel Gondry und dem “Mann für komplexe Storys” Charlie Kaufman. Es wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich dafür entscheidet, mithilfe einer Maschine sich die Erinnerung an seine Verflossene entfernen zu lassen, aber während des Prozesses sich dagegen entscheidet und (buchstäblich) um sein Leben kämpft. Gespielt wird diese Person von niemand anderem als Jim “Die Maske” Carrey. Niemals hätte ich ihm das zugetraut, doch er überrascht hier seeehr positiv.

Manderlay (2005)

Thematisiert wird hier die Sklaverei in den frühen USA, moralisches Ringen, sowie der Kampf für etwas Besseres. Das erstaunliche an dem Film ist, dass es praktisch keine Kulissen gibt, bzw. dass Häuser und Straßen usw. nur als Umrisse auf den Boden gemalt sind. Nur das Nötigste, wie ab und an eine Zimmereinrichtung oder der Zaun mit Tor sind zu sehen. Damit ist mensch gezwungen sich absolut auf die Schauspieler zu konzentrieren. So kann mensch Zeuge werden, wie Bryce Dallas Howard sich um Kopf und Kragen spielt (im positiven Sinne) und es der Höhepunkt ihrer Karriere (neben ihrem Auftritt in “The Village”) wird.

Pan´s Labyrinth (2006)

Die Geschichte der Realitätsflucht eines Mädchens, die hier Aufgaben eines Pan lösen muss, um am Ende als Prinzessin wieder in ihr Reich aufgenommen zu werden, eingebettet in die raue Brutalität des Spanien von 1944 in dem sich Anarchisten mit dem herrschenden faschistischen Regime anlegen. Trotz und gerade wegen der Mischung aus historischem und fantastischem Material funktioniert dieser Film!

Nennungen ehrenhalber:
The Dark Knight, XXY, The Descent, Hot Fuzz, Burn After Reading, Hard Candy, Hautnah, Interview, Mulholland Drive, The Machinist, Lost In Translation, Underworld, Flutsch und Weg,

Reinfälle und Enttäuschungen: Herr der Ringe 2+3, Zack and Miri make a porno, Underworld 3, Knowing und sicher noch viele mehr, die mir aber nich mehr einfallen…

Geschrieben von noNsense

am 7. März 2010

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M. – Eine Stadt sucht einen Schwerenöter

Nach kaputten Scheiben, verprügelten Passant_innen und angezündeten Autos durch Nazis, kam gestern endlich eine entsprechende Reaktion: eine Kundgebung, wo alle Geschehnisse nochmal aufgearbeitet und verurteilt werden konnten! Jawoll, ein Fanal direkt vor der Stadtrats-Sondersitzung, in der sich mit Mirko Liebschers (seines Zeichens NPD-Stadtrats-Urgestein) Rolle am 13. Februar 2010 in Pirna auseinandergesetzt werden sollte.
Nachdem alle Redebeiträge beendet und alle Fotos für die Presse geschossen waren, dachte ich mir, dass ich, als neugieriger Geist, bei der Sitzung natürlich nicht fehlen darf. So begab ich mich alsbald ins Innere des Rathauses.

Es dauerte einige Zeit bis sich Stadtrat und Gäste irgendwie sortiert hatten. Eine neue Sitzordnung brachte einiges Chaos in den großen Ratssaal. Und das dann auch noch Faschisten in die eine Ecke und die Normalos in die andere Ecke kamen, setzte der Realsatire durchaus noch die Krone auf.

Was ist jetzt aber eigentlich mit unserm Mirko, der “Pirnschen Marke”, bekannt von so eindrucksvollen Zeitdokumenten, wie diesem hier?

Ihm wird vorgeworfen und er bestätigte das auch, Busse voller Nazis nach Pirna koordiniert zu haben, damit diese ihre Fahrzeuge sicher abstellen können, um dann gemeinsam im Zug nach Dresden zum “Trauermarsch” der JLO fahren zu können. Dass dieser jedoch durch ein breites Bündnis blockiert werden konnte, scheint die Kameraden allerdings sehr frustriert zu haben, sodass es zu oben erwähnten Vorfällen kam.

Herrn Liebscher ward nun vorgeworfen, dass er mit seiner Nazi-Bus-Koordinierung Schaden über Pirna gebracht hätte, was gegen seinen Stadtratseid verstoßen würde.

Wie hat sich M. nun verteidigt? Ich werde einfach ein paar Zitate hier verewigen, die ich während seiner “Ausführungen” notiert habe:

…es stimmt und das bestreite ich auch gar nicht, dass ich am Vormittag bis Mittag des 13.2.2010 Busse von Teilnehmern des JLO-Aufmarschs nach Pirna zum Parken gebracht habe…

In dieser Zeit ist es zu keinen Randalen gekommen.

Ich war nicht an den Vorbereitungen der Spontandemo beteiligt.

Von der Demo hab ich nur das Ende mitbekommen.

Wer Unwahrheiten verbreitet (wohl über ihn oder die NPD – Anm. d. Verf.), muss mit den Konsequenzen rechnen.

Interessante Anekdote am Rande auch, dass ein Text auf der Internetseite des hiesigen Kreisverbandes der NPD, die marodierenden nationalistischen Horden mit den Bürger_innen vergleicht, die 1989 “die Wende herbeidemonstrierten”.

Aber der Rechtsstaat interessiert auch die SPD-Genossen herzlich wenig, wenn von Gerichten eine Entscheidung getroffen wird, die ihnen politisch nicht paßt. Wenn, wie am vergangenen Samstag geschehen, die Polizei augenscheinlich angewiesen wird, Blockierer ungehindert aufmarschieren zu lassen, um Straßen sowie Bahngleise zu besetzen und hiernach ein linksradikaler Straßenpöbel sich frei in seiner inländerfeindlichen Wut entfalten kann, dann müssen sich die politisch Verantwortlichen nicht wundern, daß die Bürger wie 1989 ihrer Wut Luft machen. Daß dabei die Scheibe eines SPD-Bürgerbüros beschädigt wurde, ist vor dem Hintergrund des Gesamtgeschehens, der von der linksradikalen SPD, die mit den SED-Nachfolgern immer häufiger paktiert, nicht verwunderlich. (NPD Sächsische Schweiz – 17. 2.2010)

Dass M. Liebscher nicht weiß, von wem dieser Text ist und sich auch davon distanziert, brachte ihm nicht nur das spöttische Lächeln einiger Gäste ein, sondern sogar Kritik seiner “Kamerad_innen”, die sich wohl vom parlamentarischen Arm ihrer “Bewegung” einmal mehr im Stich gelassen sahen.

Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass es im Prinzip keine neuen Erkenntnisse gab, außer, dass die demokratischen Fraktionen inzwischen durchaus geübt darin sind, Resolutionen gegen Gewalt zu verabschieden.
Auch überrascht war ich, wie geübt der neue Oberbürgermeister Hanke, die Sitzung leitet (dabei war es seine erste) und, dass er doch souverän mit der etwas angespannten Stimmung umgehen konnte.

Allerdings sollte er wirklich damit aufhören, die Teilnehmer_innen der Nazispontandemo am 13.2. als “Chaostouristen” zu bezeichnen, das geht am Kern vorbei. Komm Klaus-Peter, nenn das Problem beim Namen: es waren Nazis!

Geschrieben von noNsense

am 3. März 2010

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Listenwahn der 10er Jahre

Ein neues Jahrzehnt ist angebrochen und beinah hab ich vergessen, dass ich dringend noch eine Liste machen muss: die (für mich) wichtigsten Alben des letzten Jahrzehnts.

Ich geh mal stark davon aus, dass es sich sehr schwierig gestalten wird, da in diesem Jahrzehnt auch der größte Teil meiner musikalischen Sozialisation stattfand, also ich alles aufsog wie ein Schwamm. Aber probieren kann ichs ja mal:

in ungeordneter Reihenfolge:

Tool – Lateralus (2001)

Ein Album, das, trotzdem ich es kaum noch höre, immer in meiner All-Time-Favourite-Liste auftauchen wird. Es ebnete für mich den Weg zu härterer und komplexerer Musik. Was daran so fasziniert? Die etwas jenseitige Atmosphäre, skalpellscharfe Riffs, Kälte und Sterilität.

Mother Tongue – Streetlight (2001)

Die beste Life-Band aller Zeiten. Herzzereißend, – erwärmend. Rockend.

Echolyn – Cowboy Poems Free (2000)

Das damals lang erwartete Reunion-Album einer Band, die das ausgelatschte Genre des Retro-Prog neu erfand und durch irrwitzige Ideen auf eine neue Stufe hob.

(außerdem is das Album gut, weil der Keyboarder den Weg von Quietsche-Synthies zu analogen Tasteninstrumenten findet – zum Glück ;-) )

Oceansize – Everyone Into Position (2005)

Am 2. Album scheiden sich die Geister, sagt mensch. Nun, „Oceansize“ gingen den kompromisslosen Weg weiter in Richtung Alternativ-New Artrock-Postrock und schufen einen Monolith, der nichts weniger als ein Gesamtkunstwerk darstellt und im majestätischen „Ornament/The Last Wrongs“ gipfelt, welches sicher jedem eine Gänsehaut den Rücken runtertreibt.

Trentemøller – The Last Resort (2006)

Selbst wer nichts von elektronischer Musik hält, MUSS in dieses Album reinhören. Der beinah klassische Musikstil, der verpackt wird in zarten und zerbrechlichen Beats und Klangcollagen, gehört in jedes Regal!

Thrice – Vheissu (2005)

Wenn jede Band eine solche Bandbreite der Entwicklung hinlegen würde wie „Thrice“ dann würde das Business etwas anders aussehen, denke ich. Vom Hard- und Emocore über Artrock hin zu komplexem elektronischem Gedöhns. Aber dabei niemals seine musikalischen Wurzeln vergessen!

The Mars Volta – De-Loused In The Comatorium (2003)

Der talentierte Teil der auseinandergebrochenen Hardcore-Punk-Band „At The Drive-In“ legten den Grundstein für dieses Monstrum von Band. Während auf der Bühne stundenlange Impro-Sessions vorherrschen, befinden sich auf diesem Album relativ strukturierte Lieder.

„The Mars Volta“ gefallen sich darin, selbst kreierte Strukturen aufzubrechen und jammend zu erweitern. Und wer hätte das gedacht: es funktioniert.

So werden eher punkige Alternative-Rock-Lieder zu Momenten wo der Progressive Rock der 70er oder sogar Krautrock a la „Amon Düül II“ oder „Embryo“ hervorschimmert.

Tja, das wären sie eigentlich: die Wichtigsten. Doch ehrenhalber müssen trotzdem genannt werden:

Opeth – Ghost Reveries, Riverside – Second Life Syndrome, Porcupine Tree – Deadwing, Pain Of Salvation – Be, Beardfish – Sleeping in Traffic Pt.1, Kante – Die Tiere sind unruhig, Escapado – Hinter den Spiegeln, Bat For Lashes – Fur and Gold, Aereogramme – Seclusion, We Insist! – Oh! Things Are So Corruptible

Geschrieben von noNsense

am 23. Februar 2010

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DD – The same procedure as every year? Ein Kurzbericht…

Da kann ich nur sagen: nein! Ich traute meinen Augen kaum, als sich tatsächlich früh zur Unzeit von 9.00 Uhr, sich hunderte Menschen langsam auf die Kreuzung schlichen und diese, verstärkt durch viele andere, die aus dem Nichts kamen, innerhalb von einer Viertelstunde komplett dicht war. Stimmung war gut und da wars nichmal so schlimm, dass die Polit-Sekte MLPD da war und mit ihrer kleinen Band Klassiker wie „Bella Ciao“ schmetterte. Heute galt es einfach mal mit den kleineren Übeln gegen das große Übel vorzugehen. Nach einer Stunde entschloss mensch sich schließlich (zu Aufwärmzwecken und in dem Bewusstsein, dass die Blockade wahrscheinlich halten wird) sich zu bewegen und lief im Grüppchen zur Blockade in der Hansastraße, deren Stimmung, vermutlich wegen Fehlens eines Lautis eher getrübt war. Dort trafen dann verschiedene Hiobsbotschaften ein, einerseits das Gerücht, dass das AZ Conni von Nazis angegriffen wird, die durch das Hechtviertel laufen und schließlich, dass die Straße weiter runter 2000 Nazis in unsere Richtung kommen. Die Stimmung blieb daher gespannt und die Blockade schön beisammen. Nunja, im Endeffekt machte die Polizei ihren Job und so standen sich schlussendlich alle Nasen am Neustädter Bhf. ihre Beine in den Bauch.

Was sich aber rächen sollte: in Gera und Pirna ließen hunderte frustrierte Nazis ihr Wut aus und randalierten durch die Städte.

Nunja. Fest steht jedoch, dass zum ersten Mal der größte Naziaufmarsch Europas vollständig blockiert werden konnte. Eine ganz große Leistung von Allen!

P.S.: Helma Orosz, ihres Zeichens OB von Dresden, wirkte in den Abendnachrichten nicht so erfreut über die Blockaden. :-P

Geschrieben von noNsense

am 14. Februar 2010

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Kunst so einfach wie Döneressen

Was hier so ästhetisch wie mit dem Döner dahingekleckert aussieht ist in Wirklichkeit eine Aufzeichnung meiner Mausbewegungen des heutigen Tages. Das kann man hiermit machen, muss man aber nicht.

Und Thema Döneressen: In Augsburg kann man nun auch wieder in der Nacht herzhaft ins Fladenbrot oder in andere Leckereien beißen. Denn der Bayuwarische Verwaltungsgerichtshof hat heute ein Verbot der Stadt Augsburg gekippt, nach dem ab 1 Uhr kein Außer-Haus-Verkauf mehr statthaft war. Erleichterte Grüße gehen raus in die Fugger-Stadt ;-]

Geschrieben von mortek

am 27. Januar 2010

Jetzt erst recht: Nazis am 13.2.10 in Dresden blockieren

Es ist leider ein kleiner Nachtrag zu dem vorangegangenem Artikel nötig. Nämlich haben die Repressionsorgane der BRD am Dienstag in Berlin und Dresden tausende dieser Plakate beschlagnahmt:

Man beruft sich darauf dass der Aufruf zu einer Blockade strafrechtlich relevant sei und somit unterbunden werden müsse. Ich weiss nicht in wie weit das reine zeigen dieses Plakates auf seiner Netzseite eine sich-Aneignung des Blockadeaufrufes darstellt. Darum, und nur um sicher zu gehen: Kommt alle am 13. Februar nach Dresden um sich der miesen Nazibande in den Weg zu stellen und das Schweinepack nicht wieder durch die Stadt ziehen zu lassen! Jetzt erst recht!

Hier gibt es eine Liste mit den offiziellen Kundgebungsorten (Stand 21.01.10). Falls die Polizei an dem Tag dumm nachfragt: einfach sagen dass man genau zu einer dieser angemeldeten Kundgebungen hin will. Und in Wirklichkeit dann zum Treffpunkt der Nazis durchsickern. Dieser wird erst wenige Tage vorher bekannt gegeben, also Augen offen halten ;-)

Und weil mir zu der Beschlagnahmeaktion der Staatsmacht so gar nix mehr einfällt folgt nun ein Video völlig ohne Zusammenhang:

Geschrieben von mortek

am 21. Januar 2010

Wird nun tatsächlich geentert?

Mit der noch sehr jungen Piratenpartei (die immerhin innerhalb eines Jahres ihre Mitgliederzahlen in der BRD fast ver-12-facht hat!) gab es zwar schon Auseinandersetzungen noch und nöcher, jedoch erinnert mich eine derzeitige Projektidee in der großen und allwissenden Internet-Community doch sehr an die vorgeblich postideologische Selbstdefinition der Seeräuber: die Liquid Democracy („Flüssige Demokratie“).

Ziel ist es, eine Konsensfindung in den Vordergrund zu rücken, die diskursiv erarbeitet wird. Das heißt im Klartext, dass der Weg weg von parlamentarischer Stellvertreter_innen-Demokratie hin zu einer direkten Demokratie, in der jede_r eine Stimme in die Debatte einbringen kann, die berücksichtigt werden muss.

Sehr praktisch ist auch das System, dass mensch sich nicht mit allen Themen, die anstehen, beschäftigen muss, sondern mensch seine Stimme innerhalb verschiedener Debatten an eine_n Andere_n abtreten kann, dem eine bessere Einschätzung des Themas zuzutrauen ist. Jederzeit soll mensch dieses „Stellvertreterstimmrecht“ aber entziehen können.

Gesteuert soll das ganze mithilfe einer Software über das Internet.

Klingt nach ein bisschen Utopie (teilweiser Ersatz der Legislative durch die „mündigen Bürger“) aber leider ein bisschen schöner, als wahr sein kann (zwar wird die Frage nach Partizipation gestellt, aber warum nicht gleich um eine Machtfrage erweitert? Vielleicht hätte der Staat als Verwaltungsapparat von Menschen und Gewalt (merke: das Gewaltmonopol liegt beim Staat) in Frage gestellt werden können).

Stimmen über das Internet? Schonmal was von Hackern gehört?

Wie soll eigentlich verhindert werden, dass sich sowas wie Deleuzes „Kontrollgesellschaft“ etabliert, in der der Diskurs eine unüberbrückbare Gewalt ausübt (wer am meisten klickt, gewinnt?).

Beim letzten Chaos Communication Congress wurde ein Vortrag über das Thema gehalten und auch debattiert. Hier gibts das Ganze zum ankucken.

Nunja, hoffen wir, dass sich die Debatte um die „Liquid Democracy“ auf eine breitere gesellschaftliche Basis stellen lässt, schließlich geht es um genau diese. Vielleicht lässt sich damit etwas Neues entwickeln.

In diesem Sinne: auf zu neuen Ufern!

Geschrieben von noNsense

am 11. Januar 2010

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