Archiv für November, 2010
Bite It, You Scum
GG Allin & The Murder Junkies – “Bite It, You Scum” (Live – 1992)
10 Jahre nach Sebnitz
Städte mit Wetterstation, das wussten die Sebnitzer, kommen ins Fernsehen: kurz vor der Tagesschau. Wetter, das ist unverfänglich. Wenn man verlegen ist, redet man vom Wetter. So kommt man ins Gespräch. Die Sebnitzer wollten im Gespräch bleiben. Kachelmann baute ihnen die Station und kam sogar zur Einweihung. 2001 war das. Denn es gab Zeiten, da war das Image von Sebnitz schlecht, und das Image von Kachelmann war gut.
Die ZEIT ONLINE schaut in diesem Artikel 10 Jahre nach dem Fall Joseph in Sebnitz mal nach denm Rechten, beleuchtet die Entwicklung und Maßnahmen zur Wiederherstellung des versauten Rufes und wie schnell man als Stadt auch wieder in Vergessenheit geraten kann.
I’M A HUMAN BEING, GODDAMNIT. MY LIFE HAS VALUE!!!!!!!!!!!!!!!
WIR HABEN KEINE ANGST!
Gefährlicher als es ein Terroranschlag für unseren Staat jemals sein könnte, sind überaktive Politiker. Sie wollen im Windschatten einer vermeintlichen oder realen Terrorbedrohung unsere Freiheitsrechte beschneiden, Überwachungsstrukturen schaffen und ganze Bevölkerungsgruppen unter Pauschalverdacht stellen. Geben wir der Angst nach, haben die Terroristen gesiegt. Das gönnen wir ihnen nicht! Daher rufen wir allen politischen Entscheidungsträgern zu: Wir haben keine Angst!
Und jetzt alle: wirhabenkeineangst.de
Totensonntag 2010
Auch dieses Jahr wurde der Totensonntag genutzt um, wie originell, einen Friedhof zu besuchen. Die Wahl fiel auf den Heidefriedhof in Dresden. Ein wohlklingender Name, aber in Wirklichkeit wenig spektakulär. Schön viel Bäume aber eher wenig ansprechende Grabmale.
Dafür aber eine Gedenkstätte wegen 13 Februar. Wissenschon.

Allerlei Kränze. Darunter auch die von Militaristen und Revanchisten. Wie passend.

Eine seltsame und recht hohe Skulptur gab Rätsel auf, …

… wohingegen dieses Kind ebenfalls und ausweislich Bezug auf den 13 Februar nimmt. Warum die Leude allerdings Kleingeld da ins Becken werfen war wieder rätselhaft.

Schönes Gießkannenensemble. Und jede einzelne natürlich mit einem Fahrradschloss gesichert.

“Das Betreten, Bepflanzen oder Ablegen von Blumen ist auf diesen Flächen nicht gestattet.” Ja ne, is klar.

Weil der Heidefriedhof wie gesagt nun nicht so das Augenzucker war entschloss man sich kurzerhand noch mal auf den Inneren Neustädter Friedhof zu fahren. Dort war schon schicker. Viele alte Grabstätten finden sich auf dem zuerst winzig anmutenden, aber dann doch weitgestreckten Friedhof. Schlechtes Licht, miese Knipse. Darum nur drei Bilder. Einmal ein Illugrab, ein Baum der aus einem Gurkeneimer wächst und einmal triefendes Klischee.



Muss ja …
Gugel Karten ist gestartet
Und vor der Scheune in der Neustadt lungern natürlich Punkers rum … :D
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North Korea
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Es stand ja schon überall zu lesen dass der Pirnaer AKuBIZ e.V. die Annahme des Sächsischen Förderpreises für Demokratie aufgrund einer zu unterzeichnenden ”antiextremistischen Grundsatzerklärung” verweigert hat. Darum will ich auch gar nicht viel sagen sondern nur meinen Respekt für diese Entscheidung bekunden und auf die Erklärung des AKuBiZ e.V. zum Thema und weitere Hintergrunderläuterungen verweisen.
Ich kenne andere örtliche Vereine die hätten in diesem Falle schön brav Männchen gemacht um die mit der Auszeichnung verbundenen 10.000 € einstreichen zu können. Rechtsextremismuszurückdrängung kann man aber auch mit Stil, Rückgrat und ohne sich zu verkaufen angehen.
“Befriedung” oder: keine Menschen, kein Problem?
Seit ich denken kann, sind sie da. Im Friedenspark im Herzen von Pirna. Die „zwielichtigen Subjekte“, die sich zwischen den Bäumen verstecken und Alkohol trinken. Sie gehören dazu. Ganz einfach.Doch die Tendenz, wie in anderen Städten, geht, im Zuge von Stadtentwicklung und einem verklärten „Schöner unsere Vorgärten“-Wahn, dahin, Orte wie diese, aus dem Auge der Öffentlichkeit zu verbannen.
Ein wichtiger Schritt dahingehend wurde im August 2006 getan, als die Stadt Pirna für den Bereich Friedenspark ein Alkoholverbot erließ. Dieses wurde im November 2007 erweitert auf alle „in öffentlichen Bereichen befindliche Brunnen, Wasserbecken, Gewässer, Wartehäuschen, Telefonzellen, Sitzgelegenheiten, Spielgeräte sowie Abfall- und Wertstoffbehälter“ (Sächsische Zeitung, 24.11.2007).
Eingebettet wurde diese Entwicklung in den Plan, den Friedenspark „wieder attraktiv zu gestalten“. Omis dürfen zwischen gepflegtem „Altbaumbestand“ umherflanieren und die Jugend darf ein bisschen skaten und den neuen Spielplatz ordnungsgemäß benutzen. Alles unter dem wachen Auge von Polizei und Sozialarbeitern.
Was damit allerdings die Umlagerung des im Park befindlichen Sowjet-Denkmals zu tun hat, bleibt mir ein Rätsel. Passt die Erinnerung an nationalsozialistische Taten nicht in das Bild der Entspannung im Zentrum der Stadt?
Viel konnte bisher allerdings von diesem Plan nicht umgesetzt werden. Woran mag das liegen? Leider wird es nur an der Knappheit der Mittel hängen und nicht an der plötzlichen Mitmenschlichkeit der Entscheidungsträger.
Vor nicht allzu langer Zeit sagte der Polizeirat Thomas Thieme (auch Revierleiter in Pirna) im Interview mit den „Dresdner Neusten Nachrichten“:
„Eine Arbeitsgruppe aus Polizei, städtischen Mitarbeitern und Sozialarbeitern versucht das Problem ganzheitlich anzugehen. Gerade wir als Polizei verdrängen ja nur und der Verdrängungseffekt, den wir erzielen wollten, zeichnet sich auch ab. Der Friedenspark hat sich beruhigt.“.
Soso.
Wohin werden die Menschen denn verdrängt? Hmm, egal, hauptsache erstmal raus aus dem Zentrum. Raus aus dem Blick der Touristen und der potentiellen Zuzöglinge.
Was mir hier jedoch viel mehr ein Dorn im Auge ist, ist die Einbeziehung von Sozialarbeitern. Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung sind diese hier nicht da, um zu helfen, die gescheiterten ausgestoßenen Existenzen wieder auf die Beine zu bringen, sondern sie sind vielmehr Ausdruck des Drangs der westlichen Demokratie, ihre Teilnehmer zu disziplinieren und auf Linie zu bringen.
Eine gezähmte Gesellschaft ist nicht nur einfacher zu regieren, sie kommt auch nicht auf dumme Gedanken.
Diese Disziplinierung mag für den Großteil der Bevölkerung in Ordnung gehen. Wer findet es schon gut, dass Menschen angepöbelt werden oder es Leute gibt, die unfähig sind, an der Mehrheitsgesellschaft zu partizipieren?
Aber: Zu Ende gedacht, bedeutet dieser Konformitätszwang die Gleichschaltung der Meinung. Ist das Demokratie?
Inzwischen wahrscheinlich schon. Schließlich wissen wir seit Jacques Derrida, dass Wörter nur Hülsen für Inhalte sind, die sich tagtäglich ändern können.
Ebenso Methode der Disziplinierung bildet die häufige Nutzung der Worte „Toleranz“ und „Vielfalt“ usw. – so oft, dass sie ihre eigentlich gemeinte Bedeutung (die ich mal naiv unterstelle) einfach verloren haben. Die Gefahr, die inzwischen von ihnen ausgeht, ist, dass, indem sie in Reden (z.B. von diversen Entscheidungsträgern), Namen von Förderpaketen und Projektbeschreibungen benutzt werden, sie von Autoritäten an einen herangetragen werden, sodass sie keinen Raum für Kritik lassen (die härteste Form der Repression, sie erscheint subtil, aber verrichtet umso schärfer ihren Zweck).
Einfaches Beispiel: Wir kritisieren den latenten Rassismus innerhalb der CDU. Sicher unterstützt diese aber eine Inititative bzw. ein Förderpaket für z.B. „Toleranz“ und „Vielfalt“. Damit entledigt sie sich jeglicher Trefferzone und macht sich immun gegen Kritik.
