Archiv für Oktober, 2010
Der blanke Horror …
Gedankenverbrechen allerorten
Ich möchte nur mal kurz auf diesen sehr lesenswerten Artikel beim law blog verweisen. Udo Vetter beleuchtet da das Thema Volksverhetzung im Allgemeinen, und ein neues Gesetz im Besonderen dass die Schwelle der Anwendung vor Gericht deutlich herunter setzt.
- Die Erde war mal eindeutig eine Scheibe und alle Planeten drehten sich um die Erde.
- Frauen waren so minderbemittelt, dass man sie nicht wählen lassen konnte.
Das entsprach dem damaligen Weltbild, und dieses Weltbild wurde auch geprägt von den Wissenschaftlern und Experten der jeweiligen Zeit. Diese Generationen waren übrigens wie wir der Meinung, sie lebten in der modernsten Moderne, die überhaupt denkbar ist. Demnach könne der Erkenntnisgewinn ihrer Nachkommen nur noch marginal sein. Sie wären überrascht gewesen. Wir wären es auch.
Eine unerwartete Aufmunterung
Mithras Garden Festival in Löbau – Teil 2
Nachdem ich mich einen Artikel weiter unten schon direkt vom Mithras Garden Festival aus Löbau gemeldet habe und auf das Publikum einging, möchte ich hiermit etwas zur Veranstaltung selber und natürlich über die Bands schreiben.
Der Veranstaltungsort war mit der Johaniskirche nett ausgesucht. Eine Kirche halt, mit Emporen und ziemlich eng gestellten Stuhlreihen. Nicht die beste Akustik, aber mal was anderes als die üblichen Keller in denen man sonst so verkehrt. Aber es war ja das Programm und die Bands die mich die lange Fahrt haben machen lassen.
Den Auftakt des Abends gestalteten Stein aus Löbau. Nachdem ich im Vorfeld schon deren Myspaceseite besuchte und dort in die steingewordenen Musik reingehört habe freute ich mich sehr auf den Auftritt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Neofolk ist doch nicht so tot wie man meinen könnte. Die üblichen Zutaten wie Akustikgitarre und ansprechenden Gesang wurden ergänzt durch einen E-Bass und abwechslungsreiches Percussionspiel. Ein ausgezeichneter Einstieg in den Abend. Leider hatte Stein noch nicht ihr neues Album dabei, ich hätte sonst auf jeden Fall eins erworben.
Als zweite Band spielte Nothing Ends auf. Ebenfalls aus Löbau wurde hier auch ein Schlagzeug auf die Bühne gezaubert und die Stromgitarren ausgepackt. Mich packte die Musik nicht ganz so. Hat mir alles zu sehr gescheppert, auch wenn das dargebrachte an sich nicht übel war. Sollte man sich vielleicht noch mal (in einem der üblichen Keller) antun.
Bei Chorea Minor, der dritten Band, hatte ich so meine leichten bedenken. Ich habe in ihre Musik reingehört, und sie für nicht hörenswert befunden. Irgendwelches elektronisches Popgeblubber über Frauengesang, live angereichert mit einer Videoperformance. Fairerweise habe ich mir 2 Lieder angehört bevor ich mich auf den Dönerladen besann bei dem ich hinzugs vorbei gefahren bin.
So kam ich dann also gestärkt zu meinem persönlichen Glanzlicht der Veranstaltung: Hekate. Bombast-Folk der dir mit dem fett aufgefahrenen Schlagwerk die Ohren vom Kopf schiesst wechselte sich ab mit fast schon besinnlich/verträumten Melodien und zauberhaften Gesang. Ganz großes Kino, volle Punktzahl. Auch wenn mir mein Sitznachbar (der mir die ganze Zeit erzählte ich hätte Ähnlichkeit mit dem Sänger von den Onkelz (wtf?)) sagte er habe schon bessere Auftritte von Hekate gesehen. Da fehlt mir (noch) die Vergleichsmöglichkeit. Aber sobald sich die Gelegenheit ergibt die wieder live zu sehen bin ich unterwegs.
Es wurde spät, und zudem verzögerte sich der Auftritt von Of The Wand And The Moon wegen technischer Schwierigkeiten. Ich mag die Musik von OTWATM wirklich sehr, aber live ist es etwas schwere Kost. Auch wenn die angeheuerten Mitmusiker das Set durchaus aufgelockert haben kam (für mich) eine leichte Eintönigkeit zu tragen. Ihre großen Hits habe ich natürlich auch beklatscht, war dann aber auch nicht böse als die Show zu Ende war und ich meine weite heimreise antreten konnte.
Mithras Garden Festival in Löbau
Eine kurze Meldung aus Löbau weil sich der Beginn hier etwas verzögert. Ein buntes Publikum hat sich versammelt um 4 feine Bands zu sehen. Neben den üblichen Neofolk-Faschingsten in Phantasieuniform wo ich nicht weiss ob das jetzt einen Zirkusdirektor oder doch einen Feuerwehroberst darstellen soll, über die zu erwartenden Militariafreaks und die Schwarze-Sonne-behangene Esofraktion, sind auch ein paar Ramones-Fans dabei, viele Normalos, ältere Bürger und sogar Kinder. Angenehme Mischung. Müsste nur noch die Musik beginnen …
Evil Boy
[Ein kleiner Nachtrag]
Weil man Teile des Songs als homophob deuten könnte hier der Hintergrund zur entsprechenden Stelle. Zitiert von Boing Boing (“Wanga” ist der Junge Mann der im Song besagte vermeintlich fragwürdigen Textzeilen intoniert).
So, the story behind this video and song (or part of the story — there’s so much going on!) is that Wanga felt that he was being coerced into a form of ritual circumcision by his community. It’s sort of taken for granted within his ethnic group that you must do this, so much so that if you are a young man and you do not participate, you are ostracized, as the band explained to me.
The thinking, and this is communicated very directly to the young men, is that if you don’t participate, you’re gay. You’re effeminate. You’re not a real man. You never mature from being a boy to being a man.
He struggled with all of this in real life: with what it meant for his personal and cultural identity. And he came to a point where he was like, you know what? Fuck you all. The fact that I won’t consent to having my penis sliced with an unsterilized knife, out in the bush, and risk infection or worse– that doesn’t mean “I’m gay,” as you say. I reject this tradition. If that’s what being a man is, fuck it, I don’t want to be a man. I’ll be an “evil boy for life,” even if it means I am ostracized from my community.
You might have chosen different lyrics, but dude, it’s not our story or our culture or our world experience at all.
It’s his.
Zwanzig Jahre später – Stuttgart 21

In Stuttgart wurde am Wochenende (passenderweise zum 3. Oktober) ein Zaun um das S21-Baustellengelände gezogen. Vermutlich um weitere unschöne Bilder zu vermeiden.
Ärgerlich für die Renter, “Normalos” und Kinder die da derbe aufs Maul bekommen haben. Aber für die finstren Prügelbullen war es ein ganz normaler Arbeitstag. Dererlei Scheiße passiert jedes zweite Wochenende irgendwo in Deutschland auf einer linken Demo. Die Robocops fangen irgendwann an enthemmt und voller Hass loszuschlagen (im wahrsten Sinne des Wortes), und im Nachhinein wird dann ein angeblicher Steinwurf als Rechtfertigung rangezogen.
Ich könnte etliche Kühlregale mit der Dauerwurst befüllen die mir angesichts dieser Geschichte kommt.
Aber vielleicht wachen ja dadurch die oben genannten Rentner und Normalos auf und checken was abgeht in Deutschland.
Hier noch ein Mitschnitt einer Nachrichtensendung des ZDF. Immerhin gibt es hier und da noch ein paar Leute die sich trauen kritisch zu hinterfragen.
Power Of Exploding Bambi

Eben von einer öffentlichen Probe von Power Of Exploding Bambi wiedergekommen. Geboten wurde feiner angekrauteter Power-Rock der im Schnitt härteren Sorte, durchsetzt von angepunkten Glanzlichtern wie aber auch eher ruhigeren Stücken. In dreieinhalb Minuten ist da noch lange nicht alles gesagt, was aber trotzdem nicht störend auffällt. Sehr angenehme Atmosphäre, guter Sound (vom leisen Gesang mal abgesehen). Macht Vorfreude auf die kommende zweite Ausgabe des “no Name” Festivals im UNIWERK (der Termin wird hier noch mal extra durchgegeben).


