Kino der 10er Jahre
Tja, was nun folgt ist die logische Konsequenz der Alben-des-Jahrzehnts-Liste: die Filme, die mich am meisten von 2000-2009 umgehauen haben.
Die Reihenfolge ist zufällig:
Children Of Men (2006)
Durchaus mehr im Action-Genre verortet, kommt dieser Film von Regisseur Alfonso Cuarón sehr schwermütig daher. Die Bevölkerung der Erde kann sich nicht mehr fortpflanzen. Die jüngsten Menschen werden gefeiert wie Stars. Die Lage ist hoffnungslos. Von der Regierung werden schon Selbstmord-Pakete verteilt.
Doch es scheint einen Hoffnungsschimmer zu geben…
Juno (2007)
Gespielt von Ellen Page erwacht der Charakter Juno zum Leben und zeigt sehr authentisch wie ein minderjähriges Mädchen mit dem “Problem” einer unerwarteten Schwangerschaft umgeht.
Ein sehr lebensfroher Film, der sich v.a. durch seinen teilweise sehr dunklen Humor auszeichnet.
Survive Style (2004)
Ein Monstrum von Film, der sogar für sein Herkunftsland Japan sehr ungewöhnlich ist. Atemberaubende Bilder, die in ihrer Farbenpracht fast blenden und collagenhaft aneinandergereihte Story-Fetzen, die jedes Genre mal kurz streifen, lassen einen begeistert aber dennoch ratlos zurück.
Lady Vengeance (2005)
Der dritte Teil der Rache-Trilogie des koreanischen Regisseurs Chan-Wook Park treibt die Ingredenzien der ersten zwei Teile auf die Spitze. Bilderflut, Brutalität und ein mächtiger Soundtrack umrahmen die Geschichte der Rache einer Frau.
V wie Vendetta (2005)
Eines meiner “Guilty Pleasures”. Eine Comic-Verfilmung der Wachowski-Brüder, die sich zuvor der Erschaffung und schließlich auch Zerstörung der Matrix-Filme schuldig gemacht haben. Dieser Film hier allerdings glänzt durch seine eindringliche und aufbrausende Machart. Zusammen mit Natalie Portman in der Hauptrolle, einer kontroversen Story und (einmal mehr) einem packenden Soundtrack, zieht er mich jedesmal ins einen Bann.
28 Days Later (2002)
Der Horror-Streifen, der das Zombie-Genre revolutionären sollte (okay, ja, technisch gesehen sind das keine Zombies) und mit seiner Atmosphäre, die einem ein völlig aufgegebenes Großbritannien sehr realistisch nahe bringt.
Vor allem die Szene, wenn am Anfang die Hauptperson durch ein menschenleeres London läuft, untermalt mit einem Track der Post-Rock-Band “Godspeed You, Black Emperor”, hinterlässt einen starken Eindruck.
Eternal Sunshine Of The Spotless Mind (2004)
In Deutschland unter dem unglaublich dämlichen Titel “Vergissmeinnicht” erschienen, markiert der Film die Fortsetzung einer Freundschaft zwischen dem sehr visuellen Regisseur Michel Gondry und dem “Mann für komplexe Storys” Charlie Kaufman. Es wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich dafür entscheidet, mithilfe einer Maschine sich die Erinnerung an seine Verflossene entfernen zu lassen, aber während des Prozesses sich dagegen entscheidet und (buchstäblich) um sein Leben kämpft. Gespielt wird diese Person von niemand anderem als Jim “Die Maske” Carrey. Niemals hätte ich ihm das zugetraut, doch er überrascht hier seeehr positiv.
Manderlay (2005)
Thematisiert wird hier die Sklaverei in den frühen USA, moralisches Ringen, sowie der Kampf für etwas Besseres. Das erstaunliche an dem Film ist, dass es praktisch keine Kulissen gibt, bzw. dass Häuser und Straßen usw. nur als Umrisse auf den Boden gemalt sind. Nur das Nötigste, wie ab und an eine Zimmereinrichtung oder der Zaun mit Tor sind zu sehen. Damit ist mensch gezwungen sich absolut auf die Schauspieler zu konzentrieren. So kann mensch Zeuge werden, wie Bryce Dallas Howard sich um Kopf und Kragen spielt (im positiven Sinne) und es der Höhepunkt ihrer Karriere (neben ihrem Auftritt in “The Village”) wird.
Pan´s Labyrinth (2006)
Die Geschichte der Realitätsflucht eines Mädchens, die hier Aufgaben eines Pan lösen muss, um am Ende als Prinzessin wieder in ihr Reich aufgenommen zu werden, eingebettet in die raue Brutalität des Spanien von 1944 in dem sich Anarchisten mit dem herrschenden faschistischen Regime anlegen. Trotz und gerade wegen der Mischung aus historischem und fantastischem Material funktioniert dieser Film!
Nennungen ehrenhalber:
The Dark Knight, XXY, The Descent, Hot Fuzz, Burn After Reading, Hard Candy, Hautnah, Interview, Mulholland Drive, The Machinist, Lost In Translation, Underworld, Flutsch und Weg,
Reinfälle und Enttäuschungen: Herr der Ringe 2+3, Zack and Miri make a porno, Underworld 3, Knowing und sicher noch viele mehr, die mir aber nich mehr einfallen…

wieder eine feine liste. immerhin hab ich einen film schon mal gesehen. nämlich v wie vendetta. ein guter film.
da ich nicht so der film freak bin werd ich es ihnen diesmal nicht nachmachen und eine eigene liste schreiben. aber weils gestern grad wieder im tv lief sei ein film genannt der mir sehr gefallen hat: elling (2001).
“Elling” lief auch – als sehr erfolgreiches Bühnenstück – jahrelang im Dresdner Schlosstheater. Leider habe ich den Film noch nicht gesehen …
Die anderen auch nicht, hm. Bis auf “Mulholland Drive”, so genial wie alles von David Lynch. Aber eine gute Liste ist das, Lesezeichen ist gesetzt.