Listenwahn der 10er Jahre
Ein neues Jahrzehnt ist angebrochen und beinah hab ich vergessen, dass ich dringend noch eine Liste machen muss: die (für mich) wichtigsten Alben des letzten Jahrzehnts.
Ich geh mal stark davon aus, dass es sich sehr schwierig gestalten wird, da in diesem Jahrzehnt auch der größte Teil meiner musikalischen Sozialisation stattfand, also ich alles aufsog wie ein Schwamm. Aber probieren kann ichs ja mal:
in ungeordneter Reihenfolge:
Tool – Lateralus (2001)
Ein Album, das, trotzdem ich es kaum noch höre, immer in meiner All-Time-Favourite-Liste auftauchen wird. Es ebnete für mich den Weg zu härterer und komplexerer Musik. Was daran so fasziniert? Die etwas jenseitige Atmosphäre, skalpellscharfe Riffs, Kälte und Sterilität.
Mother Tongue – Streetlight (2001)
Die beste Life-Band aller Zeiten. Herzzereißend, – erwärmend. Rockend.
Echolyn – Cowboy Poems Free (2000)
Das damals lang erwartete Reunion-Album einer Band, die das ausgelatschte Genre des Retro-Prog neu erfand und durch irrwitzige Ideen auf eine neue Stufe hob.
(außerdem is das Album gut, weil der Keyboarder den Weg von Quietsche-Synthies zu analogen Tasteninstrumenten findet – zum Glück ;-) )
Oceansize – Everyone Into Position (2005)
Am 2. Album scheiden sich die Geister, sagt mensch. Nun, „Oceansize“ gingen den kompromisslosen Weg weiter in Richtung Alternativ-New Artrock-Postrock und schufen einen Monolith, der nichts weniger als ein Gesamtkunstwerk darstellt und im majestätischen „Ornament/The Last Wrongs“ gipfelt, welches sicher jedem eine Gänsehaut den Rücken runtertreibt.
Trentemøller – The Last Resort (2006)
Selbst wer nichts von elektronischer Musik hält, MUSS in dieses Album reinhören. Der beinah klassische Musikstil, der verpackt wird in zarten und zerbrechlichen Beats und Klangcollagen, gehört in jedes Regal!
Thrice – Vheissu (2005)
Wenn jede Band eine solche Bandbreite der Entwicklung hinlegen würde wie „Thrice“ dann würde das Business etwas anders aussehen, denke ich. Vom Hard- und Emocore über Artrock hin zu komplexem elektronischem Gedöhns. Aber dabei niemals seine musikalischen Wurzeln vergessen!
The Mars Volta – De-Loused In The Comatorium (2003)
Der talentierte Teil der auseinandergebrochenen Hardcore-Punk-Band „At The Drive-In“ legten den Grundstein für dieses Monstrum von Band. Während auf der Bühne stundenlange Impro-Sessions vorherrschen, befinden sich auf diesem Album relativ strukturierte Lieder.
„The Mars Volta“ gefallen sich darin, selbst kreierte Strukturen aufzubrechen und jammend zu erweitern. Und wer hätte das gedacht: es funktioniert.
So werden eher punkige Alternative-Rock-Lieder zu Momenten wo der Progressive Rock der 70er oder sogar Krautrock a la „Amon Düül II“ oder „Embryo“ hervorschimmert.
Tja, das wären sie eigentlich: die Wichtigsten. Doch ehrenhalber müssen trotzdem genannt werden:
Opeth – Ghost Reveries, Riverside – Second Life Syndrome, Porcupine Tree – Deadwing, Pain Of Salvation – Be, Beardfish – Sleeping in Traffic Pt.1, Kante – Die Tiere sind unruhig, Escapado – Hinter den Spiegeln, Bat For Lashes – Fur and Gold, Aereogramme – Seclusion, We Insist! – Oh! Things Are So Corruptible

wow. von den genannten bands kenn ich immerhin zwei, und von nur einer hab ich sogar schon mal was gehört. trentemøller, welchen du mir ja an langen winterabenden durch beständiges vordudeln nahegebracht hast. gute scheibe, in der tat.
vielleicht mach ich auch mal so ne liste…
:) und ich dachte schon, ich lebe völlig hinter dem Mond … bei Tool – Lateralus gehe ich mit, ich schätze sie und liebe sie – der Rest ist auch für mich Neuland. aber ich höre gerne mal rein, versprochen.
bücher weg, blätter raus – wir schreiben eine arbeit!
abfragen des neuen wissens dann zum ProEG! ;-)