Archiv für Dezember, 2009
Frisches Hack – Darfs ein bißchen mehr sein?
Die letzten Tage lief der 26ste Chaos Communication Congress (26C3) in Berlin. Dieses jährliche Treffen von Hackern, Wissenschaftlern und sonstigen Freaks wird immer wieder mal zum Anlass genommen, um sich lustig in verschiedene Netzseiten reinzuschleichen. Gerne auch mal politisch motiviert. Dieses mal unter anderen in die Weltnetzauftritte der NPD Fraktion Sachsen, eines Nazi-Datingportals (Top 4 der Passwörter dort 123456 (13), landser (10), landser88 (8), siegheil (8)), und diverser anderer Seiten. So wurde auch ein Blick in den Webshop von thorsteinar.de geworfen, und die Kundendaten samt Anschrift und Epost veröffentlicht. Jemand generierte aus dem Datenwust folgende Grafik, welche die Verteilung der Bestellungen nach der Postleitzahl relativ zur Bevölkerung darstellt.
Wie nicht anders zu erwarten erscheint unser Landkreis tiefrot. Vom Hörensagen sollen knapp 100 Leute allein aus Pirna bei thorsteinar.de ihre überteuerte Szenekleidung geordert haben. Darunter auch der ein oder andere alte Bekannte.
Ich finde die jährliche Hackorgie der CCCler ja immer wieder aufs Neue unterhaltsam. Auch wenn ich Leute kenne die jedes mal um ihre Server bangen. Nicht weil sie ins politische Beuteschema der Hacktivisten fallen, sondern weil die letzte Systemaktualisierung schon wieder eine ganze Weile zurück liegt. In diesem Sinne schöne Grüße in die S12… ;-]
weder Ochs noch Esel…
halten den Fortschritt auf. Heute war das zu bemerken anlässlich der, alljährlich stattfindenden, Vorführung von “Das Leben des Brian” in der Dresdner Schauburg.
Ein Grund, diesen Film zur nachtschlafenen Zeit 9.00 Uhr zu besuchen, ist nicht nur das kollektive Lachen, sondern auch der Reiz des Kaputten: Filmrisse waren die vergangenen Jahre durchaus vorhanden. Hinzu kam noch das angenehme Knistern des Filmmaterials.
Doch das ist nun Geschichte. Die 35mm-Filmrolle wurde geschrottet und schweren Herzens durch DVD ersetzt. Tjaja, schade.
Trotzdem hat es wieder einmal sehr viel Spaß gemacht. Dank geht an die Veranstalter vom Roten Baum in Dresden!
Im Namen von…
Mehr als 500.000 mal wurde in Engeland das Lied Killing in the Name von RATM über das Weltnetz käuflich erworben. Sinn dieser über ein soziales Netzwerk gestarteten Kampagne war es, zur besinnlichen Weihnachtszeit einen weichgespülten Retortensong von Platz 1 der UK-Charts zu verbannen. Das klappte prima, allerdings bleibt ein kleiner Beigeschmack bei der Sache: beide Veröffentlichungen fanden unter dem Schirm von SONY statt. Am Ende gewinnen also immer die Großkonzerne. So oder so…
Filmtrickserei
Jedem ist klar dass in aktuellen Kinofilmen viel mit digitalen Effekten wie dem Greenscreen gearbeitet wird. Aber in welchem Umfang davon Gebrauch gemacht wird ist schon erstaunlich. Dieses kleine Video zeigt das Ausmaß auf, selbst einfache Straßenszenen werden durch Computertechnik aufgemotzt.
“Pirna ist tot”
Dieser Gedanke kam mir heute beim Besuch der Beachparty im Hanno. Wie sonst kann es sein dass eine hammergeile Band für lächerliche 3 Euro Eintritt (vvk, AK 5) vor nicht einmal geschätzten 60 Leuten im großen Saal spielen muss? Schreckten die -16° Außentemperatur die potentiellen Besucher ab, oder woran lag es dass  vor der Bühne eine Stimmung “wie auf einer Beerdigung” (Zitat Sven von der DJ-Kanzel herab) herrschte? Traurig.
Die Bobby Pins & The Saloon Soldiers machten nichtsdestoweniger gute Mine zum bösen Spiel und gaben wunderhübsche eigene Stücke vermischt mit gängigen Klassikern zum besten. Ich für meinen Teil habe mich trotz des dürftigen Besucherzuspruches an den beiden bildhübschen Sängerinnen und dem Rest der Band erfreut. Dennoch bleibt als Fazit dieses Abends zu sagen, und hiermit zitiere ich Harry: “Schade um die Band…”
Winter in Pirna
Wenn am Wasserhahn ein Eiszapfen hängt ist es wohl amtlich: der Winter ist da. Könntsch aber auch drauf verzichten…

Die Qual der Wahl
Gestern gab es im neuen Schiller-Gymnasium eine Vorstellungsrunde der fünf Kandidaten für das durch den Weggang von Herrn Ulbig vakante Oberbürgermeisteramt. Der Saal war gut gefüllt, man selbst musste sich ganz hinten anstellen. Knapp zwei Stunden wurden nun von den Aspiranten diversigliche Fragen zu lokalen Themen beantwortet. Auch die ein oder andere Frage aus dem Publikum wurde gestellt. Dabei konnte nicht jede Antwort überzeugen. Eine kurze Einschätzung zu den einzelnen Kandidaten möchte ich hiermit mal abgeben.
Frank Ludwig (CDU und FDP): Er ist durch die, gelinde gesagt, etwas holprige CDU-interne Abstimmungssituation nicht gerade gestärkt in den Wahlkampf gestartet. Dazu hat er 287 statt der nur 200 erlaubten Pappen im Stadtgebiet gehängt, was ihm von einem Fragesteller aus dem Publikum auch gleich unter die Nase gerieben wurde (Thema Bindung an demokratisch herbeigeführte Stadtratsbeschlüsse). In der Fragerunde blieb er meiner Meinung nach etwas farblos. Das übliche CDU-Geschwätz halt. Da seine Partei nicht zur Gänze hinter ihm steht sind seine Siegeschancen nicht allzu hoch angesetzt.
Tilo Kloß (Die Linke):  Naja, Tilo ist Tilo. Sicher nicht der redegewandteste in der Runde, versuchte er durch populistische Allgemeinplätze zu punkten. Ich meine zum Beispiel so ganz ohne Frage und aus keinem Zusammenhang heraus ein Feuerwehrmuseum fordern: wtf? Aber er macht schon einen sympathischen Eindruck. Halt nicht so der geleckte Vollprofi. Er setzte thematische Schwerpunkte auf die Randgebiete wie den Sonnenstein und Investitionen in die Bildungseinrichtungen. Insgesamt recht passabel, aber ich denke nicht dass er es werden wird.
Peter Hanke (unabhängiger Kandidat): Der Pirnaer Bauunternehmer machte sich gleich zu Anfang unbeliebt, weil er als einziger in der Runde eine angedachte Tiefgarage unter dem historischen Pirnaer Marktplatz nicht komplett ablehnte. Davon abgesehen merkte man dass er schon 15 Jahre Kommunalpolitik macht (Freie Wähler). Seine Aussagen waren recht schwammig und ließen eine gewisse Kantenschärfe vermissen. Nichtsdestoweniger wird er hinter vorgehaltener Hand als Favorit gehandelt, weil wohl die halbe CDU-Anhängerschaft ihn wählen wird.
Helmut Verdang (Pirnaer Bürgerinitiative, Bündnis 90/Grüne, Pirnaer Bürger): Der Vertreter der Bürgerlichen war ohne Frage in Sachen Rhetorik die Nummer 1. Aber von jemanden der so lange schon Politik macht und zum Beispiel Vize-Landrat war, da kann man das auch erwarten. Er ließ auch deutlich sein Wissen blitzen, in Sachen Verwaltung ist sein Kenntnisstand nicht zu verachten. Inhaltlich vertritt er eher gemäßigtere Positionen und weiß was er will, macht von seiner Art her aber keinen unsympathischen Eindruck.
Matthias Richter (unabhängiger Kandidat): Ein gänzlich unabhängiger Kandidat, der sich als OB die Moderation der verschiedenen Fraktionen und Strömungen im Stadtrat auf die Fahnen geschrieben hat. Nach Jahren der CDU-Herrschaft wäre seiner Meinung nach mal ein frischer Wind im Rathaus nötig. Schonmal keine dummen Ansichten. Zudem punktet er aus meiner Sicht damit, dass er als einziger in der Runde eine realistische Sicht auf die Dinge bewies. Während die anderen, wie das im Wahlkampf halt so ist, z.T. das blaue vom Himmel versprachen, betrachtete er die anstehenden Probleme eher nüchtern und sachgerecht. Da müsse man dies beachten, nur wenn das so und so ist geht das, es müssten da die und die Voraussetzungen geschaffen werden. Als Stadtverwaltungsangestellter hat er sicher auch den nötigen Einblick um sich ein realistisches Bild von den Möglichkeiten zu machen. Der Herr Richter ist nicht der klassische Politiker, er wirkt hingegen lockerer als seine Kollegen. Er ließ sich auch zu dem ein oder anderen lustigen Spruch hinreißen und punktete durch seine entspannte Art und Weise. Er startet von der Außenseiterposition, aber vielleicht gibt es ja eine Überraschung.
Also bis zum 20. Dezember ist ja noch etwas Zeit. Bis dahin kann man sich noch mal überlegen ob, und wenn ja wo, man sein Kreuzl macht. Wirkliche Erhellung brachte mir die Veranstaltung nicht. Eher nur eine leichte Tendenz. Und wer gar nicht geht war mir im Vorfeld grob auch schon klar. Wenn man den Sachkundigen Elementen in meinem Freundeskreis Glauben schenken darf wird das alles im ersten Wahldurchgang eh nix. Darum werden wir uns wohl nächstes Jahr am 17 Januar wieder sprechen.
Ach so: Pirna TV war auch da (und hat den Ton verkackt wie üblich). Also irgendwann ist das Ganze im Netz zu sehen. Werd ich dann gesondert drauf hinweisen.
Fabrizio ist weg [updated]

Die Katze des Fräulein Bohemia wird vermisst. Für sachdienliche Hinweise wird man sicherlich mit feinstem Kuchen bis zum Abwinken im kleinsten Cafe der Stadt Pirna entlohnt.
UPDATE: Wie mir eben berichtet wurde ist die Suchaktion leider hinfällig geworden. Fabrizio ist nun im Katzenhimmel, weil er wohl vergaß vor dem überqueren der Straße nach links und rechts zu schauen.
R.I.P.
Kluge Narren reden besser
Der Kabarettist Georg Schramm lässt sich bei diesem Auftritt hier gar trefflich über das verwerfliche Verhalten von Herrn Koch bezüglich des Aus für den ZDF-Chefredakteur Brender aus. Nehmt euch mal die 9 Minuten. Denn scheinbar kann man in Deutschland nur noch als Narr in aller Öffentlichkeit die Missstände so deutlich benennen.

