Archiv für März, 2009
Studieren und so…
Ein Semester in Rumänien. An der Uni, in Bukarest, auf dem Land.
Hiermit sei auf dieses kleine Weblog hingewiesen. Wir dürfen uns auf Einblicke jenseits der üblichen Tourikacke freuen, und wie es so ist als Erasmusstudent in dieser Ecke Europas unterwegs zu sein.
Die besten Grüße auch auf diesem Weg an den Autor :)
Unvergessliche Momente…
Als ich heute aus den Türen meines derzeitigen Brötchengebers (einer großen deutschen Behörde) raus in den ekligen Schneeregen trat, ergab sich folgender Dialog.
Teilnehmer 1 wurde dargestellt von einem halbjugendlichen Menschen mit schweren Ohrringen und irgendwie komisch schmerzverzehrtem Gesicht, in einer Ecke direkt im Eingangsbereich stehend. Teilnehmer 2 war ich.
TN1: Gscht, ey du da. Komm ma her.
TN2: ???
TN1: Hey, du rauchst doch bestimmt.
TN2: [der will mich bestimmt um ne Kippe oder Feuer anschnorren] Ne du, ich rauch nicht. Das ist krass gesundheitsschädlich!
TN1: [überlegt kurz] Hm, ich hab Substanzen bei mir die noch viel gesundheitsschädlicher sind. Willste was kaufen, brauchste was?
TN2: [steht mit offenem Mund da und schaut sich nach der versteckten Kamera um] Erm, ne du. Vielen Dank….
Herzlich lachend verlies ich dann die Szenerie. Ich schwör bei Gott (Heil Eris!) dass es sich genau so abgespielt hat! Diese abgefahrene Situation kann man hier nur schwer in Worte fassen, aber ich war komplett von den Socken ob seines Angebotes.
Also, es ist hiermit amtlich: Pirna hat einen offenen Drogenmarkt.
Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag
Unterwegs im Auftrag des Herrn, oder watt?
Verfluchte Scheisse, jetzt geht das wieder los. Dabei hatte ich einige Monate Ruhe und wähnte mich schon in Sicherheit. In den letzten Jahren habe ich nämlich immer wieder mal in einem meiner elektronischen Postfächer diverse Nachrichten von kirchlichen Stellen und augenscheinlich katholisch motivierten Privatpersonen vorgefunden. Das ging von Einladungen zu verschiedenen Seminaren, über Kontaktlisten von Priesterseminar XYZ in die man sich eintragen möchte, bis hin zu Anfragen zum Kauf von Kamerunschafen usw. usf. Ich reagierte Anfangs noch mit einem Schmunzeln, aber irgendwann reichte es mir und ich schrieb böse Worte an die vermeintlich Schuldigen. Denn nur weil so ein technikfeindlicher Katholikenarsch es nicht hinbekommt sein Mailadresse korrekt weiter zu geben wird mein Postfach zugemüllt. Das geht doch ni, nichar.
Aber das neulich brachte mich zum lachen:
Sehr geehrter Herr {insert subject name here},
um Ihren Antrag auf Kinderzulage bearbeiten zu können, benötigen wir eine Kopie der Gehaltsmitteilung Ihrer Ehefrau von November 2008.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Martina K.
Erzb. Ordinariat Freiburg, Abt IV
Ich habe meines Wissens keine Kinder, und ganz sicher keine Ehefrau. Aber da steht ja “Im Auftrag”, vielleicht wissen die mehr als ich….
Kacke…
Nach einem netten Abend an der Elbe und mit Gesprächen über G*tt, Palästina, die neue Antifa und Querfront im Allgemeinen mit einem Blick auf die Uhr feststellen zu müssen, dass einem mindestens vier Stunden in der Wahrnehmung fehlen, ist schlimm genug.
Auf dem Heimweg dafür mit singenden Vögeln, aufbauenden Gemüsehändlern, einem voll beleuchtetem Hütter und jeder Menge Menschen auf den Straßen bestraft zu werden, das ist was ganz anderes.
Das Leben stinkt mitunter ganz schöne….
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.
Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen,
ist die Nacht von Dornen erhellt, und der Donner
des Laubs, das so leise war in den Büschen,
folgt uns jetzt auf dem Fuß.Wo immer gelöscht wird, was die Rosen entzünden,
schwemmt Regen uns in den Fluß. O fernere Nacht!
Doch ein Blatt, das uns traf, treibt auf den Wellen
bis zur Mündung uns nach.
Ingeborg Bachmann, Im Gewitter der Rosen
Kirlian Camera, Irgendwo
MONO FÜR ALLE – Gewalt gegen Sachen
6€ hat mich das fucking geilste Konzert des letzten dreiviertel Jahres gekostet: Gestern spielten MONO FÜR ALLE in der Chemiefabrik zu Dresden.
Um es kurz zu machen: lecker Biere im Angebot, die Band spielte live (hört hört) mit einer erstaunlichen Energie und Intensität, die Leute warn gut drauf, alle hatten Spaß und die Chemo ist lange nicht mehr so keimig wie früher noch.
Stilecht wurde man auf dem Rückweg noch von den Cops angehalten. Aber als die merkten dass ihre beschissenen Machtspiele unsererseits nur für Erheiterung sorgten, drollten die sich auch recht bald. Lächerlich und bedauernswürdig.
Jazz 55
Und wieder einmal war Dienstag…
the cake is a lie
Gestern Portal durchgezockt. Ein mal anderes Spielprinzip, und ein sehr spezieller Humor von GLaDOS (der künstlichen Inteligenz die einem durch die Testkammern hilft (nicht)) haben für ca. drei kurzweillige Stunden und das ein oder andere Grinsen in meiner Fresse gesorgt. Feine Sache das.
Obigen Song bekommt man von GLaDOS vorgeträllert wenn man alle Level geschaft hat, hier ist er in einer sehr schön gemachten typographischen Visualisierung zu bewundern.
The Sisters Of Mercy – eine riesen Verarsche
33,30€ hat mich das fucking beschissenste Konzert meines Lebens gekostet: Gestern spielten The Sisters Of Mercy im Alten Schlachthof zu Dresden.
Pünktlich angekommen gleich der erste Schock, denn es gibt dort nur pissiges Radeberger “Bier” zu kaufen. Aber das war im Laufe des Abends noch mein geringstes Problem, und nach dem fünften Becher, im Frust herunter geschlorkt, schmeckt einem auch diese Plöre.
Die Vorband ILIKETRAINS war in Ordnung, ein eher ruhigeres rumgeschwurbel mit durchaus ansprechendem Gesang. Aber die Leute wollten die Sisters sehen, und die Band wusste das auch.
Nach einer Umbaupause, wo der Bühnenassi mit auffallender Häufigkeit die Mikrophone, besonders das des Herrn Eldritch, durchcheckte, wurde die Bühne in dichtesten Nebel gelegt. Und das blieb auch das ganze Konzert über so, nicht ohne Grund wie sich herausstellen sollte. Denn zuerst dachte ich ja noch das geschieht nur des Effektes wegen, aber später war ich mir sicher: das diente allein der Tarnung.
Denn, und da gehe ich jede verdammte Wette ein: der Hauptgesang kam vom Band. Himmelarsch, ich zahle einen Haufen Kohle um mir drei Hanseln im Nebel anzuschauen, die sich zur Musik von CD bewegen. Gitarren und Begleitgesang mögen live gewesen sein, da will ich mich nicht festlegen, aber die Stimme des Sängers war es auf keinen Fall. Da hat überhaupt nichts gepasst. Weder die Bewegung der Lippen, noch die des Kopfes zum/vom Mikrophon. Und dann klang der Gesang genau so wie auf den alten Platten, das ganze Konzert durch (eine Stunde und fünfzehn Minuten, auch ein Witz) in gleicher, perfekter Qualität. Das gibts nicht unter Livebedingungen, man hört immer mal einen Atmer zwischendurch, Unterschiede in der Lautstärke oder irgendwas lebendiges in der Stimme. Aber da war nichts. Entweder war das ein verfluchter Roboter da vorne, oder der Typ hat einfach nur die Lippen zur Musik bewegt. Und ich glaube eher an letzteres.
Aber gut, wenn man einmal den entsprechenden Kultstatus inne hat, kann man es sich auch leisten Playback zu “singen”. Den Leuten war es größtenteils egal, die Bude war ausverkauft, und jedes Lied wurde frenetisch abgefeiert.
Naja, wieder eine Band meiner Jugend von der Konzerte-todo-Liste gestrichen, und gut is. War trotzdem ein spassiger Abend, und ich sage euch eins: eine Rolltreppe entgegen der Fahrtrichtung hochrennen bringt einen ganz schön ausser Puste, macht aber Spaß!

