Archiv für Januar, 2009

Es drängt so viel Gewürm sich dreist

Sechs Funde nur? Na geht doch noch, ist doch gar nicht so viel…

Vorgetragen mit einem absoluten Brustton der Überzeugung.
Aber ich finde einen Trojaner und fünf Würmer schon recht viel. Zumal ich ungefähr tausend mal gesagt habe “Mutter, klicke niemals Sachen an die dir irgendjemand zugeschickt hat”. Da redet man sich also den Mund fusslich, und muss dann trotzdem eine geschrottete Feuermauer und den Virenwächter erneuern. Ein Hoch auf den Erfinder der Fernwartung.

Geschrieben von mortek

am 31. Januar 2009

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Veröffentlicht in Das Tagebuch

Gut Ding will Weile haben

Rückblende:

Wir schreiben das Jahr 2002. Die Deutschmark wird durch den Euro ersetzt, Angela Merkel überließ Edmund Stoiber den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur, das KL Guantanamo nimmt seinen Betrieb auf, und in Erfurt erschiesst Robert Steinhäuser 16 Menschen und sich selbst.
Aber das war alles nix, das einschneidenste Erlebniss für viele war sicher die sogenannte Jahrhundertflut. Mitte August trat die Elbe nach anhaltenden Regenfällen im Erzgebirge und Riesengebirge über die Ufer und setzte weite Landstriche unter Wasser. In Pirna waren 10,58m Flußpegelstand zu verzeichnen.

Flut

Zurück in die Jetztzeit, bald 7 Jahre später:

Per Anruf werde ich zu meiner Hausbank gebeten, es gäbe wirklich wichtige vertragliche Dinge zu klären. Unter Androhung von tätlichen Ausschreitungen meinerseits, sollte es sich herausstellen dass mir nur irgendwelche Bausparverträge oder Versicherungen aufgeschwatzt werden sollen, sage ich schliesslich zu. Eine nette junge Frau empfängt mich, und will mir als erstes irgendwelche Bausparverträge und Versicherungen aufschwatzen. Ich versuche mich zu beherschen, kürze das Ganze mit dann doch recht freundlichen Worten ab, und frage nach was es denn für Vertragsfragen zu klären gäbe. Die Antwort haute mich fast vom Stuhl: “Ja, bei dem Hochwasser 2002 sind leider ihre Unterlagen mit weggeschwemmt worden, und die müssen wir jetzt erneuern.”

Hätte doch nochmal so fünf, sechs Jahre Zeit gehabt. Warum diese Hast immer….

Geschrieben von mortek

am 27. Januar 2009

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Veröffentlicht in Das Tagebuch,Heimatkunde

“Das Maß ist voll! Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen”

Die Überschrift ist geklaut, und zwar gleich im doppelten Sinn. Einmal vom Völkischen Beobachter, den ich heute im Zeitungsladen um die Ecke erstanden habe, und einmal von diesem Artikel bei Telepolis. Im ersten Fall ist die Reaktion der Nationalsozialisten nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 gemeint, beim zweiten der Umstand, dass die Bayrische Staatsregierung die zweite Ausgabe der Publikation “Zeitungszeugen” gestern hat beschlagnahmen lassen.

Zeitungszeugen ist ein interessantes Projekt, welches historische Zeitschriften aus dem dritten Reich 1:1 reproduziert unters Volk bringt. Natürlich nur zur staatsbürgerlichen Aufklärung, weshalb die Ausgaben des Völkischen Beobachters (Kampfblatt der NSDAP), der Vossischen Zeitung (eher liberal) und der Aufbruch (Zentralorgan der SPD) auch in einem Mantelteil ausgeliefert werden, wo von durchaus als unverdächtig zu bezeichnenden Historikern und Sachkundigen die Ereignisse und Hintergründe durchleuchtet und dem aktuellen geschichtlichen Wissensstand entsprechend dargestellt werden.

Zeitungszeugen 2

Ich finde diese Form der Geschichtsvermittlung durchaus spannend. Gerade die Gegenüberstellung der verschiedenen Standpunkte dieser Epoche erlaubt einen besseren Einblick in die Geschehnisse, als es Bücher oder sonstige hergebrachte Medien. Man ist irgendwie näher dran, würde ich mal sagen wollen.

Einzig die Tatsache dass wie in der Bravo ein Poster beiliegt verwundert mich, das hätte man sich auch sparen können. Von mir aus solln die mal machen, aber dadurch wird das ganze angreifbar und der Hauch von Unseriösität schwingt mit.

Wir dürfen gespannt sein wie es mit der Zeitungszeugen weitergeht, und ob die Entscheidung der Bajuwaren bundesweite Kreise ziehen wird. Ich fänds schade, denn im Ansatz finde ich das Projekt wie gesagt recht spannend. Einfach Beilagen wie das Plakat in dieser Ausgabe weglassen, und den Mantelteil inhaltlich noch mehr ausbauen (ist derzeit doch eher als dürftig zu bezeichnen). Dann noch die Lesbarkeit verbessern, weil im Moment steht die Qualität einem flüssiegn Lesen teilweise doch recht stark im Weg, und alles wäre gut.

Geschrieben von mortek

am 24. Januar 2009

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Veröffentlicht in Das Tagebuch

Das 129 A-Team lässt grüßen

Das politische Informations- und Aktivierungskampagnen nicht immer staubtrocken daherkommen müssen, beweisen auf wunderbare Weise die Leute vom besetzten Haus auf dem ehemaligen Topf & Söhne – Gelände in Erfurt. Wo früher Teile für die Kreamatorien in verschiedenen Konzentrationslagern sowie Entlüftungsanlagen und gasdichte Türen für die Gaskammern gebaut wurden, gibt es seit 2001 selbstverwaltete Räumlichkeiten. Mit mittlerweile jede Menge Wohnraum, ein Bauwagenplatz, Konzert- und Partyräume, Bandproberäume, ein Infoladen/Lesecafe, ein Kino, ein Umsonstladen, Werkstätten, ein Sportraum und eine “Küche für alle”.

Aber wie es eben so ist: irgendjemand will einem immer in die Suppe spucken. In diesem Fall das Erfurter Bauamt, welches über den Besitzer des Geländes eine Räumung bis zum 21.Januar 2009 anstrebt.
Genau das findet einer der berühmtesten Söhne der Stadt Erfurt so richtig Scheiße, und hat darum in einem Film der Besetzer mitgewirkt. Die Rede ist von Bernd, dem Brot. Besser gesagt von Bernd, dem Wehrbrot. Denn in diesem Video gibt er sogar fundierte Tipps, wie man die Barrikaden auf dem Gelände verstärkt werden können. Ein schön gemachtes Filmchen, das sollte sich jeder mal anschauen.

Wehrbrot

Auf diesem Weg die besten Grüße nach Erfurt, lasst euch von diesem Schweinestaat nicht die Freiräume klauen!

Infos gibt es bei http://topf.squat.net/ und http://haendeweg.blogsport.de/.
Und hier ist der dazugehörige Indymediaartikel.

Geschrieben von mortek

am 21. Januar 2009

Alte Bilder wieder zugänglich

Da wurde ich doch gestern auf der Billichbierparty (der halbe Liter für 50 Eurocent) angeraunzt, warum auf meiner Seite die alten Bilder von früher nicht mehr zu finden wären. Ich überlegte kurz, und sagte dann zu mir: Der Mann hat recht! Denn in der Tat ist die museale Einbindung meiner alten Seite, und damit des umfangreichen Bilderarchives, beim Umzug auf den neuen Server hier unter die Räder gekommen. Das kanns ja nicht sein, und darum habe ich mich heute auf meine vier Buchstaben gesetzt und kann nunmehr voller Stolz verkünden: Die alte Seite samt Bilder von 2002 bis 2004 ist jetzt wieder zugänglich.
Einfach auf der rechten Seite den letzten Link “alte Seite” anklicken. Die Zugangsdaten müsste ich euch wieder einrichten, eine kurze Nachricht zum Beispiel über das Kontaktformular, reicht. Gebt euch darin mir gegenüber zu erkennen, soll ja nicht jeder auf die wilden Partybilder lunschen.

Geschrieben von mortek

am 18. Januar 2009

JAZZ 55 goes Blues


Schön zu sehen dass die Jazzer von der Uniwerkhausband sich stilistisch im neuen Jahr weiter öffnen, und sich einen ganzen Abend schwerpunktmäßig dem Blues widmeten. Hat mir und den restlichen Anwesenden sehr gefallen, könnte öfters so stattfinden.

Geschrieben von mortek

am 7. Januar 2009

Na aber echt mal!

death to all juice

Bild von RedSquirrel der VigilantSquirrelBrigade.

Geschrieben von mortek

am 5. Januar 2009

WPR – WTF?

Das neue Jahr fängt ja prächtig an. WLAN-Pirna-Radio ist meine Entdeckung der Woche, ein Internetradiosender von Leuten aus Pirna. Man bekommt “Schlager-Musik und Dance-Musik NON STOP” geliefert, und das inklusive Video-Stream. Somit hört man die im breitest-denkbarem Sächsisch vorgetragenen Ansagen nicht nur, neiheihein, man sieht die dazugehörigen Leute auch noch. Köstlich. Ab 15 Uhr geht es da wohl immer los, mit einer wechselnden DJ-Besetzung. Ich hatte eben das ausgesprochene Vergnügen DJ Lollo bei der Arbeit zuzusehen. Der Mann kriegt eine Dichte von “nu” und “nor” pro Halbsatz hin, das es eine wahre Freude ist.
Aber auch die Netzseite von WLAN-Pirna an sich ist durchaus sehenswert. Wenn man Fan von Seiten im Stile der frühen neunziger ist zumindest. Absolut niedlich, wie da großzügig mit animierten gif-Bildchen gearbeitet wird. Schon fetzige was man mit Microsoft Word so alles hinkriegt….

Zieht euch diese heisse shice rein, dieses Jahr hab ich noch nicht so dolle gelacht!
Und danke an den Scänner für den la bombigen Tipp, nächstes mal dann wieder lecker Essen ;-]

Geschrieben von mortek

am 4. Januar 2009