Beck-stage im Hanno


Erzähler: Ey, heute war der Beck im Hanno.
Person A: Höö, weris Beck?
Person B: Na der mit dem Lied hier, “I’m a loser, baby…”. Du weest schon.

Kategorie: Unvergessene Dialoge im Supermarkt. Im selben Supermarkt im übrigen, wo man bisweilen auch den Führer an der Kasse sieht. Aber das hatten wir ja schon.

Und nein, nicht von Beck Hansen ist hier die Rede gewesen, sondern von Kurt Beck. Ja, genau. Der Dicke da, seines Zeichens Parteivorsitzender eben der Partei im Landkreis, welche weniger Stimmen als wie die NPD bekommen hat. Also SPD, is klar, nä?

Na jedenfalls, der war heute im Hanno gewesen. War voll die Inszenierung, die dreiviertel Stunde wo über Rechtsextremismus pleniert wurde hätte man sich sparen können. Aber schöne Bilder für die Onkelz und Tanten von der Presse gab es noch, Beck bürgernah mit Jugendlichen am Tischfußballtisch, sowie im “Gespräch” vertieft mit Vertretern und Vertreterinnen von lokalistischen Initiativen wider der Dummheit. Aber mehr als sinnfreies rumgeblubber und grinsen in die Kamera hat da glaube ich auch niemand erwartet.

Am coolsten waren noch die Vertreter des Sicherheitsdienstes drauf. Diese entdeckten im offenen Jugendtreff Teile ihrer verlorenen Jugend wieder, und tobten sich beim Tischfußball und an der Tischtennisplatte aus. Die Bewacher waren mir damit wesentlich sympathischer als die Bewachten.

Insgesamt halt ein riesen Trubel, mit etlichen Kamerateams und nen Haufen Lichbildnern mit ihren dicken Blitzgeräten. Und Jugendlichen, die einerseits überfordert waren, aber zum Teil auch verdammt abgeklärt mit der Situation umgegangen sind. Interessant zu beobachten, interessanter allemal als das was von den hohen Herren besprochen wurde.

Geschrieben von mortek

am 20. August 2008

Ein Kommentar zu “Beck-stage im Hanno”

  1. raspunicum sagt:

    Wer wankt da des Nachts durch den Keller und flucht?
    Es ist der Kurt Beck, der dort unten was sucht -
    denn was er am tiefsten schon immer begehrte,
    das waren zutiefst seine Umfragewerte.
    Den Genossen Trend hält er zwanghaft im Arm,
    doch dem fährt ein Gegenwind g’rad aus dem Darm.

    “Mein Trend, mein Trend, du trauriger Wicht!
    Was bläst mir dein Wind so streng ins Gesicht?
    Jetzt heißt es vorwärts! Jetzt heißt es avanti!”

    “Ach, wie ist’s um Gemüt mir so schwer ypsilanti.
    Mal bin ganz pro, mal bin ich ganz anti.”

    “Ich bin hundert pro, und zwar pro-grammatisch.
    Insofern ist alles unpro-blematisch.”

    “Doch sieh nur, im sauersten Sauerlande,
    da lauert schon Münte mit dem Dolch im Gewande.”

    “Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind.
    Man macht nur im Blätterwald mächtigen Wind.”

    “Und hör doch, o Beck, im linkesten Eck,
    da höhnt dich der Oskar, der Sozi-Schreck.
    Im fernen Saarland, so hör ich ihn tönen,
    will er sich selber zum Kerlkönig krönen.”

    “Mein Trend, mein Trend. Hab keine Bange.
    Die Partei, die kennt diesen Oskar schon lange.
    Sie hatte einst mit ihm heftigen Sex.
    Dann ließ er sich scheiden. Und jetzt haßt sie den Ex.”

    “Du feiner Trend, komm geh mit mir.
    Manch linke Dinger dreh ich mit dir.
    Auch wenn es hinterher etlichen stinkt,
    denn so manchen habe ich schon gelinkt.”

    “Hör doch, mein Beck, wie der Oskar schmust.”

    “Mach es wie ich, indem so tust,
    als ob du ganz sicher in dir ruhst.
    Spiel ich den Buddha, glaubt die Partei,
    daß sie mit mir schon längst im Nirwana sei.”

    “Mein Beck, mein Beck bist du ganz gewiß,
    daß bei dir alles in Buddha is’?”

    “Was rufst du nach Beck, vergiß den ganz schnell.
    Ich, La Fontaine, bin dein Hoffnungsquell.
    Ein Jungbrunnen, der dich sinnlich umspült
    und in dir die wildeste Wollust aufwühlt.
    Beim Beck wird doch keine Leidenschaft wach.
    Zwar der Geist ist Willy, doch die Libido schwach.”

    “Mein Beck! Mein Beck! Und hörest du nicht
    was Oskar mir für Wonnen verspricht.”

    “Mein Trend, der raspelt nur Süßholz gar schön.
    Mit dem bösen Onkel darfst du nie gehn.
    Er verspricht dir Bonbons aus vollen Taschen,
    und will dich nur populistisch vernaschen.”

    “Ich liebe Dich. Mich reizt deine Stimmgewalt.
    Und gib’s zu, auch du hast dich in mich verknallt.”

    “Mein Beck, mein Beck, jetzt faßt er mich an.
    Der Oskar will an meinen Stimmzettel ran.”

    Den armen Beck grauset’s. Und einsam er rennt.
    Er hält in den Armen den ächzenden Trend.
    Ein solches Grausen kannt’ er noch kein’s.
    Erreicht mit Not das sichere Mainz.
    Und dort bleibt er wohl ohne Wiederkehr.
    Tscha, Mainz ist die Rache! So spricht der Herr!

    Jetzt fragen Sie sicher: Wo bleibt denn der Trend?
    Nun, der rennt noch weiter. Und rennt und rennt…

    (Aus dem “WochenSchauer” von Martin Buchholz)

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