Archiv für Mai, 2008

Zeitlose Weisheiten

Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte auch irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, daß er mit heilen Knochen zurückkommt? Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar.

Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. (…)

Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.

Hermann Göring, 18. April 1946, Nürnberg

Was damals funktionierte, tut es auch heute noch. Erschreckend, wie sich solch politische Prinzipien über Dekaden, ja Jahrhunderte erhalten. Da fällt es schwer an das vorwärtskommen der Menschheit zu glauben, und nicht irgendwelchen finstren Weltansichten zu verfallen.

Geschrieben von mortek

am 5. Mai 2008

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Veröffentlicht in Große Worte

Widersehen nach 13 Jahren

Heute war es soweit. Ich habe mich bequatschen lassen und fand mich auf einmal auf einem Klassentreffen wieder. Eine Super Location wurde ausgesucht, die Kegelbahn “Alle Neune” drei Kuhdörfer weiter war gerade gut genug für dieses Spitzenevent. Naja, stand ich heute Abend halt etwas verloren unter etwa 15 mir (mittlerweile) fremden Menschen herum, warum auch nicht.
Die Fragen waren immer die selben (“Und, was machst du jetze so?”), und es wurde viel getrunken. Vielmehr: es wurde derbe gesoffen. Vielleicht ein Weg um das Elend besser ertragen zu können, den bei den meisten Leuten muss man zu deren Lebensentwurf ehrlicherweise ganz einfach sagen “Das war wohl nix”.
Die zwei in diesem Artikel beschriebenen Spezis waren auch da. Der Cop war wieder druffn (oder der ist nüchtern bzw. klar auch so komisch), und das ehemalige Opfer war der bestgekleidete Mann an diesem Abend. Ansonsten standen einige Leute unmotiviert in der Gegend rum, ist halt auch schwer mit (vermeintlich) fremden Menschen ein Gespräch anzufangen. Zumal auch eine Grüppchenbildung den alten Strukturen von damals entsprechend stattfand.
Zweieinhalb Stunden hab ich es ausgehalten, dann hatte ich genug und ich verabschiedete mich mit den Worten “Bis frühestens in 13 Jahren”. Großes Gelächter, aber ich meinte das verdammt ernst.

Geschrieben von mortek

am 4. Mai 2008

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Veröffentlicht in Das Tagebuch

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