“Die Bach”


Neulich erzählte mir eine Kollegin wie sie den so wohnt, und dass sie es ja doch ganz nett hat. Denn “…wenn ich mir Freunde einlade gehen wir runter an die Bach, und dort können wir schön grillen….”.
Heute dann war ich in Nieder- und Obervogelgesang unterwegs. Ich suchte in Obervogelgesang die Hausnummer 4, bzw in dem Haus einen bestimmten Einwohner. [Hier muss ich erklärend einfügen, dass es in diesem (langgestreckten) Minikaff keine Straßennamen gibt, es gibt halt einfach nur Ober- bzw. Niedervogelgesang]. Nun war also in der Nummer 4 der Gesuchte nicht am Klingelschild zu finden. So frug ich einen netten älteren Herren der da im Garten werkelte, und lies mir von ihm erklären, dass ich nicht in Ober- sondern in Niedervogelgesang wäre. Und “…. die Grenze ist die Bach“.

Beide meinten mit “die Bach” in der Tat einen Bach. Jetzt könnte man ja meinen dass beide das selbe fliessende Gewässer meinten, was halt zufälligerweise “Bach” heisst. Aber nein, es ist von zwei unterschiedlichen Flüsschen gesprochen worden. Denn scheinbar ist es hier in der Gegend üblich, statt “der Bach” grammatikalisch nicht ganz korrekt “die Bach” zu sagen. Sehr verwunderlich.
Kann das einer meiner Leser bestätigen, ist das ein üblicher Ausspruch in der Sächsischen Schweiz? Ich hab das noch nie gehört….

Geschrieben von mortek

am 10. Mai 2008

13 Kommentare

Veröffentlicht in Heimatkunde

13 Kommentare zu ““Die Bach””

  1. mortek sagt:

    roger. noch wer?

  2. marcfrost sagt:

    jawohl, das kommt mir auch bekannt vor. Kann sich aber auch überlagern
    das Gefühl mit dem memorierten “die Goddl” .
    Du bist doch auch ein Kind von der Bach…

  3. mortek sagt:

    die goddl sagte ma, jaja :]
    lange nicht mehr so gehört, obgleich ich ja technisch gesehen nunmehr näher dran wohne.

  4. Ulrich Weber sagt:

    Im Niederdeutschen heißt “Bach” lautlich regelgerecht “Beek(e)”, “Biäke” o. ä.
    Im Westen dieses Gebietes bis nach Holstein hinauf ist dieses Wort feminin. Das grammatische weibliche Geschlecht reicht aber auch nach Süden etwas über den niederdeutschen (norddeutschen) Raum hinaus. so heißt es etwa im südlichen Sauerland auch “die Bach”, “auf der Goldbach” u. ä. m.

  5. miri sagt:

    in Worms (Rheinhessen) sagt man auch die Bach. Hier gibt es sogar eine Straße namens “an der Bach” das ja von die Bach abgeleitet wurde. Die meisten wissen hier auch garnicht das es in korrektem deutsch der Bach heißt.

    grüßjen

  6. berggeist sagt:

    Ich wohne da in der Nähe. Der Bach heißt umgan´gssprachlich “Die Struppenbach”. Maulfaul auch “die Bach”. Topografisch heißt der Bach eigentlich “die Schelle”, zumindest auf Landkarten. Sagt aber niemand. Zumindest hab ich’s (47) noch nie sagen hören.

  7. mortek sagt:

    na da bedanke ich mal für die reichlichen wortmeldungen :)
    ist also doch nicht nur regional bedingt die (vermeintliche) grammatikalische verhunzung. aber komisch dass mir das noch nicht früher aufgefallen ist…

  8. gradselääd sagt:

    In der Westpfalz (Kaiserslautern/Pirmasens) heißt`s ebenfalls <>.

  9. Jupp sagt:

    Im Odenwälder-Raum (Bergstrasse) ist das auch weit verbreitet. Was glaubst Du, wie ich mich gewundert habe, als man zu mir sagte: “stell mal einen Kasten Bier in DIE Bach zum kühlen”. Bin im ersten Moment wirklich davon ausgegangen, daß es sich um einen Bach namens “Bach” handelt ;-)

  10. Jens sagt:

    das ist bei uns in der Oberlausitz auch ziemlich verbreitet, am Anfang, als ich dies das erste Mal hörte, dachte ich ein Wildschwein wäre gemeint: wegen “die Bache” ;)

  11. Steffen sagt:

    Ja, auch im Wetteraukreis ist das mit den Straßennamen so:

    In der Kälberbach (Büdingen)
    In der Grobach (Florstadt)

    Weitere Recherche hat mich dann zum Oberdeutschen Flurnamensbuch geführt (http://openlibrary.org/books/OL20467624M/Oberdeutsches_Flurnamenbuch_ein_alphabetisch_geordneter_Handweiser) und dort auf Seite 16 (PDF Seite 49) gibt es tatsächlich den Hinweis, dass es im Fränkischen “die Bach” heißt.
    Genauso soll das wohl lt. http://www.sprachwissenschaft.uni-jena.de/germsprach_multimedia/Downloads/meineke/ExamensarbeitLochner.pdf Seite 143, auch im Thüringischen Wörterbuch vermerkt sein.

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